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Kenia zum Dritten

 

Durch ein Xylophon werden wir um 7.00 Uhr geweckt und beeilen uns, um das leckere engl. Frühstück nicht zu verpassen. Es gibt Toast mit Blue-Band (Margarine) und Orangenmarmelade, bakon and eggs with a sausage und sehr gutem Bohnenkaffee. Wir unterhalten uns noch mit einem Engländer, den wir gestern kannengelernt haben. Er ist auf dem Weg, den Mount-Kenya zu besteigen. Kurz nach 10.00 Uhr treffen wir in Nakuru ein und sind völlig orientierungslos. An diesem Ende der Stadt waren wir noch nicht gewesen. Durch Fragen kommen wir schließlich nach 3 km bei unserem Guesthouse am Stadion an. Ziemlich geschafft durch die Buckelei legen wir uns erst einmal ins Bett. Um meine Sucht nach Kaugummis zu befriedigen, die in Uganda am Bahnhof ausgebrochen ist, gehen wir am Nachmittag noch einmal in die Stadt. Ich kaufe von den Straßenhändlern die gesamten Vorräte auf und wir machen uns wieder auf dem Rückweg, um im Guesthouse noch Fleisch zu essen. Leider ist dieses recht zäh und wir müssen es nochmals anbraten lassen. Der Tag war gut und wurde mit leckerem Tusker in gemütlicher Atmosphäre beendet.

 

An diesem Tag passiert nicht besonders viel. Wir gehen nur am Abend noch für 0.75 DM ins Kino und schauen uns die Diamanteninsel von anno dazumal an. Vorher waren wir noch in einem miesen Imbiss, wo es schlechte Fritten und einen Flügel von einem sehr schlanken Suppenhuhn gab. Thomas hat sich vor dem Kino noch übergeben müssen. Außerdem gab es wieder einmal kein Wasser, so dass Thomas sich dummerweise nicht mehr waschen konnte und den ganzen Film über nach Ko... stank.

 

Heute erreicht meine Sucht nach Orbit mit Zucker laut Thomas seinen absoluten Höhepunkt. Ich esse mindestens 50 Stück und das innerhalb weniger Stunden. Am Nachmittag schauen wir uns noch eine öffentliche Predigt mit Singen und Tanzen auf dem Sportplatz an. Abends gibt es noch einen gegrillten Flattermann.

 

Unser Morgenspaziergang führt uns zum Nakuru-Lake-Nationalpark. Da ich allerdings sehr durstig bin und die Pelikane schon ausgeflogen sind, machen wir uns auf den Heimweg. In der City suchen wir einen Laden, der Saft anbietet. Dieser existiert ausgerechnet jetzt nicht und alle Cafés und Restaurants sind geschlossen. Nach einem langen Marsch zum Supermarkt bekommen wir endlich etwas zu trinken. Zusätzlich genehmigen wir uns noch ein schönes leckeres Eis.

 

Wir stehen recht früh auf, frühstücken noch schnell ein paar Brote mit Plumb und machen uns dann wieder voll bepackt auf zum Busbahnhof. Ziemlich erschöpft finden wir einen Platz in einem Bus nach Nairobi und lassen uns erschöpft fallen. Der Bus wird immer voller und ein ums andere Mal denken wir: "Jetzt ist aber wirklich kein Platz mehr.", doch weit gefehlt. Zuerst bekommt jeder von uns noch ein Kind auf den Schoß und anschließend werden zwischen die Sitze noch Bretter gelegt, auf denen weitere Leute Platz finden. Nachdem auch wirklich jede freie Ecke ausgenutzt ist, setzt sich der Bus in Bewegung. Gegen Mittag treffen wir auf einem uns unbekannten Busbahnhof ein. Hier versuchen wir eine Möglichkeit zu finden, direkt nach AthiRiver zu kommen. Wir fragen beim nächstbesten Bus nach und der Fahrer gibt uns zu verstehen, dass er nach AthiRiver fährt. Wir nehmen Platz und warten und warten, aber der Bus wird nicht voller und es sieht nicht so aus, als wenn der Bus heute noch einmal fährt. Nachdem wir ein paar mal vertröstet worden sind, verlassen wir den Bus, da dieser sicherlich nicht nach AthiRiver fährt. Wir fragen uns durch und erfahren, dass von diesem Busbahnhof kein Bus nach AthiRiver fährt. Schwer bepackt und ziemlich fertig finden wir endlich den richtigen Matatoplatz, wo wir ein Matato nach AthiRiver finden. Endlich sind wir in AthiRiver und in unserem alten Guesthouse werden wir freudig empfangen. Am Abend genehmigen wir uns noch eine gute Portion Fleisch und je ein Tusker. Nachdem wir schlafen gegangen sind, bemerkt Uwe ein Päckchen unter seinem Kopfkissen. Interessiert machen wir wieder das Licht an und stellen erstaunt fest, dass es sich um eine Menge von grünen und roten Edelsteinrohlingen handelt. Wir sind total aufgeregt und beschließen am nächsten Morgen direkt AthiRiver zu verlassen, bevor der Vorbesitzer den Verlust merkt. In der Nacht hören wir noch einige Schreie im Hof, was uns noch zusätzlich beunruhigt. Trotz der Aufregung schlafen wir dann doch noch ein.

 

Ziemlich überstürzt verlassen wir frühmorgens das Guesthouse. Auch unsere Freunde sind über unsere Eile etwas erstaunt, weil wir zuvor gesagt haben, dass wir bis zum Abflugtag hier bleiben. Leider sitzt uns doch ein wenig die Angst im Rücken und wir sind froh, als wir mit allen Sachen im Matao nach Nairobi sitzen. Als erstes machen wir uns auf die Suche nach einer günstigen Unterkunft, was aber mit den vielen Sachen in dieser großen Stadt mit der drückenden Hitze nicht leicht ist. Damit wir besser suchen können und uns nicht so abschleppen, mache ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft, während Thomas auf das Gepäck aufpasst. Leider ist auch meine Suche erfolglos. Da wir sowieso noch unseren Flugtermin vorverlegen wollen, entschließen wir uns, zuerst zum Reisebüro zu gehen. Die nette Frau sieht in der Umbuchung kein Problem, allerdings muss sie noch die Bestätigung der Fluggesellschaft wegen des Anschlusses in Abu Dhabi abwarten. Weil die Frau so nett ist, fragen wir sie noch, ob sie eine günstige Unterkunft für uns weiß. Sie gibt uns die Adresse von einem Inder, der anscheinend eine Unterkunft für Rucksacktouristen anbietet. Nach kurzem, aber wie immer anstrengenden Fußmarsch finden wir das Hotel und bekommen auch ein günstiges Zimmer. Dies scheint anscheinend eine Abstellkammer zu sein. Es scheinen nur rein zufällig zwei Betten drin zu stehen, aber alles andere ist schon besetzt. Zu unserer Freude verfügte dieses Hotel über eine warme Dusche, die wir schon seit Wochen nicht mehr gehabt haben. Unter dem Hotel ist eine nette Bar und ein kleines Restaurant, wo das Essen zwar schlecht aber die Getränke billig sind. Neben unserem Hotel war noch eine Art Diskothek, die uns nachts mit Musik und Stimmen versorgte, so dass wir nicht einsam waren. Glücklich über das Erreichte, gingen wir ins Bett und erholten uns von den Fußmärschen.

 

Nach dem Frühstück suchen wir die Nairobi-Telecom auf, um unsere Ankunft in Deutschland anzukündigen und den Kurs des Kenia Schillings in Deutschland abzuklären, da wir uns ein kleines Geschäft erhofften. Wir baten Falko dies in Erfahrung zu bringen und jemanden zu finden, der uns in Frankfurt vom Flughafen abholen sollte. Falko wollte uns dann am Abend in unserem Hotel anrufen und Bescheid geben. Unsere Kursspekulation sah folgendermaßen aus:

"Wir holen uns ein paar Tausend Mark in Kenia Schilling auf unsere Eurocard. Wir hoffen, dass der Kurs in Deutschland niedriger liegt als der Ausgabekurs an den örtlichen Banken in Kenia. Wir tauschen die Schillings wieder um in Deutsche Mark und fliegen damit nach Hause."

Dafür klappern wir noch einige Banken ab und bringen den aktuellen Kurs des Kenia Schillings in Erfahrung und auch die Möglichkeit bis zu 10000.00 DM / Tag auf unsere Eurocard abzuheben. Damit sind alle technischen Details geklärt. Jetzt brauchen wir nur noch die Information von Falko. Ansonsten gehen wir noch in der Stadt spazieren und Fragen in einigen Schmuckgeschäften nach, ob sie die Steine bearbeiten können. Allerdings lehnen die meisten Geschäfte mit der Begründung ab, dass die Steine für ihre Maschinen zu klein wären und wir begraben die Idee vorerst wieder und hoffen auf unsere deutschen Geschäfte. Am Nachmittag erfahren wir im Reisebüro, dass unser Flug am Freitag gehen wird. Wie versprochen ruft uns Falko abends an und bestätigt uns, dass meine Mutter uns am Flughafen Frankfurt abholen wird. Leider hat er die wesentliche Information über den Kurs des Kenia Schillings nicht so schnell in Erfahrung bringen können, so dass wir unseren kleinen Deal nicht durchführen können.

 

Da wir morgen schon nach Hause fliegen werden, wollen wir heute schon anfangen unsere letzten Kenia Schilling auszugeben. Dafür fahren wir zum Mittagessen ins KFC, eine Art Mc. Donalds, um uns schon mal auf unsere heimische FastFood-Kultur einzustellen. An dem Busbahnhof, wo wir in Nairobi angekommen waren, war auch eine Art Secondhand - Markt für Kleidung. Da hier auch ein paar gute Markenjeans für nur wenige Mark zu haben sind, wollen wir beide uns noch eine Jeans kaufen. Nach längerem Suchen finden wir auch zwei gute, passende Jeans, an denen die letzten kleinen Fehler in einer ortsansässigen Näherei genäht werden. Den Rest des Tages schlendern wir noch durch die Stadt und setzen uns Abends noch in das Restaurant unter dem Hotel. Im Hotel selber treffen wir noch einen Deutschen, der hier auf sein Visum für Äthiopien wartet.

 

Der große Tag der Heimreise ist gekommen. Wir packen ein letztes mal unsere sieben Sachen und machen uns auf dem Weg zur Bushaltestelle, die direkt um die Ecke liegt. Wie in Kairo warten wir auf den Bus, der zum Flughafen fährt. Aber wie in Kairo kommen alle anderen Busse ein paar Mal vorbei, nur unser Bus kommt nicht. Nachdem uns langsam wieder die Angstgefühle kommen, kommt endlich unser Bus und fährt uns zum Flughafen. Am Flughafen trinken wir noch einen Kaffee mit Kuchen und lassen uns einchecken. Unsere Ängste, dass wir zuviel Gepäck haben und alles viel zu schwer ist, erweisen sich als null und nichtig. Andere Passagiere haben die doppelte Menge an Gewicht und brauchen keinen Cent nachzubezahlen. Scheinbar sieht die GulfAir dies nicht so genau. Auch bei der Durchleuchtung gehen bei jedem zweiten Passagier die Warnlampen an, aber drum kümmern tut sich niemand. Es wäre auch möglich mit MP’s an Bord zu gehen. Trotzdem stellen wir belustigt später fest, dass unsere leeren Wasserkanister von den Beamten gescheckt wurden. Die Maschine ist ein geräumiger Airbus mit gutem Essen und viel Alkohol. Die Maschine fliegt über Somalia nach Abu Dhabi, wo wir noch einen wunderbaren Sonnenuntergang sehen. Auf einer Computeranzeige kann man den Flug schön mitverfolgen und wir spekulieren schon warum der Pilot nicht direkt auf Abu Dhabi zufliegt. Wir vermuten, dass er das angrenzende Land nicht überfliegen darf - aber weit gefehlt. Ohne Ankündigung geht das Flugzeug in den Sinkflug über und landet in Muskat, anscheinend nur, weil jemand den Stop-Knopf wie im Bus gedrückt hatte. Thomas und ich sind sehr verwirrt, als nach der Landung fast alle Passagiere aussteigen und ein Reinigungskommando auf die Maschine kommt und alles saubermacht. Wir müssen nur kurz aufstehen, damit sie unsere Kissen aufschütteln können. Endlich fassen wir allen Mut zusammen und fragen die Stewardess, ob wir noch weiterfliegen. Lächelnd meint Sie: "Natürlich!". Ein Engländer, der auch nach Frankfurt fliegen wollte, entschließt sich kurzerhand hier auszusteigen und einen anderen Flug zu nehmen. Die ganze Sache ist so chaotisch und wir hoffen und beten, dass wir doch noch gut nach Hause kommen. Mit einer Handvoll Passagiere starten wir wieder und fliegen leibhaftig nach Abu Dhabi. Dort finden wir einen Flughafen vor, der vor Reichtum, Glanz und Glimmer nur so strotzt. Ledersessel und riesige Hallen, die komplett mit Mosaik ausgelegt sind. Da wir noch ein paar Stunden Zeit haben, nutzen wir diese um uns die Duty-Free-Shops anzugucken. Leider finden wir nichts weiter und warten in den Ledersesseln auf unseren Anschlussflug nach Deutschland. Dieser trifft auch pünktlich ein und auf geht es in die letzte Etappe nach Frankfurt, wo uns überraschenderweise Sonja erwartet. Beim Zoll gibt es weiter keine Probleme, aber wir müssen unserer Polizei immer wieder die Ausweise zeigen, weil diese uns scheinbar für Asylbewerber hält und nicht mehr für Deutsche.

 

Schlussbemerkung:

Nach dieser langen Reise hoffen wir nun, dass sich irgendwann nochmals die Gelegenheit gibt, ein anderes Land auf diese Art und Weise zu erkunden. Inzwischen haben wir unsere besondere Verbundenheit zu unsern Mountainbikes erfahren, so dass wir vermutlich unsere nächste Tour mit dem Bike abstrampeln werden. Leider hat es in unserer Abwesenheit bei einigen Daheimgebliebenden Probleme und Missverständnisse gegeben, für die wir uns nochmals im Nachhinein entschuldigen möchten. Sollten wir die nächste Tour in Angriff nehmen, haben wir aus den vergangenen Erfahrungen gelernt und werden es hoffentlich besser machen.

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