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Back in Uganda

 

Auf dem Weg zur Grenze machen wir in Bugoma halt, tanken noch mal den günstigen Kenia-Sprit und lassen die Zündkerzen reinigen. Ein letztes mal kaufen wir Lebensmittel ein und fahren zum Grenzübergang Malaba. In Kenia haben die Leute wieder eine wunderbare Idee gehabt. Sie lassen die Überstunden der Beamten von den Grenzgängern bezahlen. Also müssen wir für die Überstunden des Beamten, die "Overtime-Gebühr" in Höhe von 225 KS hinblättern. Ansonsten läuft alles nach Plan. Dummerweise verpassen wir in Uganda die Abfahrt nach Tororo und verfahren so unnötig Benzin (Oh du lieber Geiz!). Als wir schließlich Tororo erreichen, schauen wir als erstes bei der Polizei vorbei und schlagen dort unser Zelt auf. So sparen wir wieder Geld und holen den Verlust rein. Die Uganda-Polizei können wir als Hotelgastgeber wirklich empfehlen. Diese sind immer sehr freundlich und geben sich große Mühe uns zu versorgen. Es gibt keine Probleme mit dem Übernachten auf dem Polizeigelände und diese sind in Uganda einfach abenteuerlich schön, kleine Dörfer mit allen Angehörigen der Polizisten. Dummerweise werden wir in der Nacht von ca. 1.000.000.000 Moskitos belästigt, die gerade auf unser schönes weißes weiches Fleisch gewartet haben. Aus uns unbekanntem Grund wird in der Nacht noch Militär aufgezogen.

 

Leider kommt unser Milchmann nicht wie versprochen vorbei. Vermutlich nehmen wir zuviel Milch ab und lassen nichts für die Einheimischen übrig. Das heißt für uns ohne leckeres Corn-Flakes-Frühstück nach Mbale aufbrechen. In Kumi finden wir wieder eine Polizeistation, wo wir übernachten können. Zu unserm Pech regiert hier ein junger total spitzer Polizeichef, der uns anscheinend für Spione hält. Deshalb werden wir bei unseren Rundgängen durch den Ort auch immer schön eskortiert. Um seine Spion-Theorie zu bestätigen, stellt er uns total unmögliche Fragen. Ein gutes Beispiel ist die Frage: "Wo waren Sie am Vortag um 6.00 Uhr ?, Warum eine Seite in Thomas’ Pass frei ist ?, Was ist in bestimmten Tüten und Behältern im Kofferraum ?, Wo bestimmte Orte in Uganda sind, die er aus unserer Adressliste hat ?, Wo Personen aus der Adressliste wohnen usw. usw. usw. ???" Eigentlich ist die Situation wieder ganz witzig.

 

Morgens lässt er, anscheinend nur wegen uns alle, Polizisten auf dem Platz militärisch aufmarschieren. Die Polizisten nehmen die Situation allerdings selber nicht ernst und lachen dabei. Wir sind froh als es weiter geht nach Soroti. Für uns ist mal wieder die Zeit gekommen, uns mit neuem Geld einzudecken. Dabei erleben wir bald einen Schlag, weil die Uganda-Commercial-Bank kein Geld mehr wechseln will. Sie schicken uns zu einem kath. Pfarrer, der ein supermodernes Unternehmen mit viel Technik und Computern führt. Die Kirche erinnert an ein militärisches Sperrgebiet. Allerdings will der Geistliche und überzeugte Christ kein Geld tauschen, so dass wir wieder zu Bank fahren. Diese will uns für 1 US-Dollar nur 800 UShl. geben. Zur Erinnerung sei gesagt, dass bei unserer Einreise in Uganda 1 US-Dollar ca. 1200 UShl. wert war. Seit Ägypten haben wir gelernt immer erst alles zu checken. Aber aus der Zeitung erfahren wir etwas unglaubliches - der Wert des Uganda Schilling ist gegenüber dem schwachen Dollar so gestiegen, dass wir nur noch 940 UShl. bekommen würden. Wir ziehen also ohne zu wechseln weiter und müssen uns vorerst etwas einschränken. Wie wir später erfahren, liegt die Aufwertung an der Ostafrikanischen Union, die sich im Januar gebildet hat. Immerhin sind mit der Wertsteigerung des Schillings auch die Preise in Uganda gefallen. Der zweite Vorteil besteht darin, dass wir beim Verkauf unseres Wagens mehr Geld bekommen werden. Jetzt haben wir nur noch die 19000 UShl. von unserm letzten Ugandaaufenthalt. Wir bringen noch 121 km Piste hinter uns und landen in Liren. Dort müssen wir ca. 2 Stunden auf den Oberpolizisten warten, der gerade in einer Besprechung ist und ohne Probleme sein obligatorisches "OK!" für den Aufenthalt gibt. Ich bekomme leichte Magenkrämpfe. Seit Nakuru ist es das erste Mal, dass wir uns wieder im Schutze der Dunkelheit waschen. Es ist immer wieder ein geiles Feeling, sich mit erfrischendem kühlen Wasser zu überschütten und den Schweiß und Staub von der Haut zu waschen.

 

Mir geht es immer schlechter, die Magenkrämpfe werden immer schlimmer. Bei der hier ansässigen UCB wechseln wir trotz des schlechten Kurses 100 US-Dollar und erhalten dafür 99000 UShl. Scheinbar wissen die Beamten, die den Kurs bestimmen selber nicht bescheid. Nach der Grenzöffnung zu Kenia geht alles drunter und drüber und einige wollen sich scheinbar durch die Kursspekulation eine goldene Nase verdienen. Währenddessen werden meine Probleme immer drastischer und wir lassen den geplanten Parkbesuch ausfallen. Wir fahren erst einmal weiter und machen eine atemberaubende Nilüberquerung mit. Nach 5 km kommen wir in einem kleinen Polizeiort an und nisten uns hier ein. Thomas versucht mich zu pflegen, weil ich mich aufgrund der wahnsinnigen Schmerzen nicht mehr bewegen kann. Am Abend bekomme ich zusätzlich noch einen Fieberanfall von 39.4 °C. Thomas kühlt meine Stirn und meine Waden und versorgt mich mit Paracetamol. Ein gutes Allheilmittel in der Not. In der Nacht bessert sich langsam mein Zustand. Es sieht so aus, als hätte ich die Krankheit (vielleicht Malaria) ausgeschwitzt.

 

Heute geht es mir schon wieder etwas besser und ich fühle mich nur noch schlapp. Wegen meiner Krankheit und dem schönen Dorf wollen wir noch einen Tag länger hier bleiben. Ich bin froh, dass die Krankheit wieder von selbst weggegangen ist, da ich nicht wüsste, wer mir im Ernstfall in einer solchen Wildnis helfen könnte. Diese Unsicherheit ist immer ein Faktum das einem manchmal durch den Kopf geht. Um wieder auf die Beine zu kommen, machen wir uns Fleisch, welches ich kräftig Salze, weil ich scheinbar etwas Salzmangel habe. Leider muss Thomas unter der salzigen Mahlzeit etwas leiden. Schließlich kann er den Salzgeschmack mit einem guten Abendtee runterspülen.

 

Uwe’s Malaria-Anfall ist so gut wie überstanden und nun gibt es keinen Grund mehr hier zu warten. Wir fahren einige Kilometer die Hauptstraße zurück und biegen dann nach links ab zur Chobe-Lodge. Nach etwa 20 km Piste gelangen wir zu einer Ruine. Die Lodge wurde wahrscheinlich im Krieg zerstört und ist nie wieder aufgebaut worden. Wir fahren ein bisschen näher heran, um uns ein bisschen umzuschauen, als wir plötzlich in einem Seitentrakt einige Männer sehen. Uns ist zwar etwas mulmig in der Magengegend, doch wir nähern uns langsam mit dem Wagen. Plötzlich sieht Uwe wie sich einer der Männer mit einem Gewehr durchs Gebüsch drückt. Dies ist zu viel für unser Gemüt und ich lege den Rückwärtsgang ein und gebe Vollgas.

Erst an der nächsten Militärkontrolle halten wir wieder an. Hier im Norden gibt es sowieso viele davon, was unsere Angst noch geschürt hat. Später erfahren wir, dass es im Norden von Uganda immer noch einige Aufständige gibt, sowie Plünderer aus dem Sudan. Wir erzählen den Soldaten unsere Geschichte von den dunklen Gestalten, doch sie spotten nur über uns. Sie wollen uns ernsthaft glaubhaft machen, dass die Lodge noch in Betrieb ist und es sich bei den Männer um Ranger des Nationalparks handelt. Wir können dies einfach nicht glauben und fahren schließlich etwas nördlich um den Park herum, um es bei einem anderen Eingang zu versuchen. In einem kleinen Ort finden wir eine Piste, die, wie uns ein Parkangestellter versichert, nach 38 km zum Gate und der "Para-Lodge" führt. Wir fahren noch etwa 15 km die mit Termitenhügeln gespickte Piste und halten dann in einem verlassenen ehemaligen Militärcamp. Wir entschließen uns hier zu übernachten. Zu unserer Überraschung finden wir hier einige, wenn auch sehr kleine Tomaten, die hier vor längerem gepflanzt worden sind. Zu den Röstkartoffeln gibt es also einen herrlichen Tomatensalat.

Als es dunkel wird sehen wir am Horizont drei riesige Buschbrände leuchten. Diese sind allerdings so weit weg, dass wir bei Heavy-Metal und mit Realorange relativ bequem im Auto einschlafen.

 

Wir fahren die einsame Piste weiter Richtung Nationalpark. Neben einigen abgebrannten Flächen sehen wir schon einige Herden Antilopen und Giraffen. Unterwegs haben wir noch eine Panne mit der Elektrik, die zu einigen Fehlzündungen führt. Dies ist jedoch für Uwe als angehenden E-Techniker kein Problem. Nach ca. 30 km kommen wir wieder an eine Lodge, die ebenfalls total zerfallen ist. Man kann sogar einige Einschußlöcher erkennen. Ein Parkangestellter erzählt uns, dass der Eingang nach einem Kilometer kommt. Nach diesem Kilometer stehen wir aber vor dem Nil und von einem Eingang ist nichts zu erkennen. Kurzer Zeit später legt vom anderen Ufer eine Fähre ab und kommt auf uns zu. Die Eintrittspreise können wir nur erfahren, wenn wir mit der Fähre für 15000 UShl. übersetzen. Weil wir nicht mehr all zu viel Geld haben, gehen wir dieses Risiko  nicht ein und kehren um. Bei einem verlassenen Flugzeugwrack halten wir noch einmal kurz an,  um einige Fotos zu machen.

Kurze Zeit später hält ein weißer Jeep mit 7 schwer bewaffneten Leuten. Diese erklären uns, dass wir uns illegal im Park befinden. Dies können wir nicht auf uns sitzen lassen und kontern, dass wir nicht durch ein Gate gekommen sind und auch kein entsprechendes Schild gesehen haben. Darauf antwortet man uns: "This is Africa!" und Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Wir werden also mehr oder weniger gezwungen über den Nil überzusetzen und den Eintritt zu zahlen. Auf der anderen Seite werden wir herzlich empfangen. Uns wird vorgerechnet, dass wir insgesamt 76800 UShl. zahlen müssen. Unser Problem ist nur, dass wir nur noch 70000 UShl. besitzen. Wir müssen mal wieder alle unsere Überredungskünste anwenden und können den Preis schließlich auf 50000 UShl. runterhandeln. Nochmals mit dem Schrecken davongekommen, machen wir uns zur etwa 20 km entfernten Camp-Site "Murchison-Falls" auf. Für die Nacht müssen wir weitere 4600 UShl. zahlen. Da die Camp-Site und Landschaft so traumhaft ist, geben wir unser komplettes restliches Geld für vier Übernachtungen aus. Zum Schluss dieses ereignisreichen Tages gehen wir noch im reißenden Nil schwimmen.

 

Der Tag beginnt, so wie er im Paradies nicht besser hätte beginnen können. Wir bereiten uns mal wieder ein Chapati-Frühstück. Danach geht es an den Nil ein bisschen schwimmen und in der Sonne dösen. Dies wird uns dann doch zu langweilig und wir unternehmen eine kleine Wanderung den Nil herab. Dabei bekommen wir auch das beeindruckende Schauspiel des Murchison-Falls zu sehen. Hier zwängt sich der komplette Nil unter ohrenbetäubendem Brausen durch einen nur etwa zwei bis drei Meter breiten Spalt. Dabei ergießt er sich etwa 30 Meter in die Tiefe und lässt dabei die Erde beben, um schließlich in einem mindestens 100 Meter breiten Flussbecken zur Ruhe zu kommen. An dessen Ufer finden wir in einer Felsspalte eine Anglerausrüstung, die aus einer sehr stabilen Schnur und einem riesigen Haken besteht. Wir können uns sehr gut vorstellen, dass dieses sauerstoffreiche Wasser auch sehr fischreich ist. Leider besitzen wir überhaupt keine Angelerfahrung, sonst hätten wir diese Gelegenheit für eine willkommene Abwechslung auf unserer Speisekarte genutzt. So gibt es leider nur Curry-Reis. Mittlerweile sind wir sehr geschickt in der Zubereitung von Nahrung aus unserer Trickkiste. Leider sind dies keine Gourmet-Gerichte, aber laut Uwe: "Frist der Teufel in der Not sogar Fliegen". Soweit sind wir zum Glück noch nicht gesunken.

 

Wir verbringen den ganzen Tag am Nil. Allerdings kann Uwe mal wieder nicht den ganzen Tag faulenzen und so starten wir noch eine riesige Sauber-Mach-Aktion. Am Nachmittag treffen noch drei Österreicher ein, mit denen wir am Lagerfeuer quatschen. Sie studieren in Wien Biologie und sind hier in Uganda auf Exkursion. Dabei haben sie den "Mount Ruwenzori" (5109 m) bestiegen, an dessen Fuße wir auch waren. Und da sie schon mal in Uganda sind, haben sie die Gelegenheit zu einer Urlaubsverlängerung genutzt. Insgesamt ein richtig interessanter aber auch erholsamer Tag.

 

Mittlerweile sind unsere Nahrungsmittelvorräte ausgegangen und Geld haben wir auch keines mehr, so dass wir das kleine Paradies verlassen müssen.

Bevor wir in Richtung Masindi aufbrechen, verbringen wir den Vormittag noch am Nil. Hier decken wir uns wieder mit Geld ein, trinken und essen noch eine Kleinigkeit und dann geht es auf Richtung Kampala. Etwa 30 km vorher halten wir in einem kleinen Ort (Bombo) mit einer schönen Polizeistation. Am Abend genehmigen wir uns dann mal wieder ein richtig gutes Stück Fleisch mit Tomatensalat.

 

In der Nach passierte etwas eigenartiges. Gegen 4.00 Uhr wird die Ruhe durch das Gebet eines Muezzin unterbrochen. Wenig später kamen einige laute Stimmen, deren Inhalt wir nicht verstehen konnten hinzu. Der Muezzin ließ sich nicht beirren und setzte seinen Sprechgesang fort. Dies war aber noch nicht alles. Zu guter letzt kam eine afrikanische Buschtrommel hinzu, die sämtliche anderen Geräusche übertönte. Hier schien es sich um einen Kleinkrieg zwischen Anhängern und Gegnern des muslimischen Glaubens zu handeln. Ich finde es allerdings auch ein Unding um diese Zeit die Leute im Schlaf zu stören, vor allem wenn es sich um die Minderheit handelt (etwa 30% Moslems in Uganda).

Heute soll der Wagen auf Hochglanz gebracht werden, um beim Verkauf bessere Karten zu haben. Zuerst waschen wir unseren Langley von Innen und Außen. Danach fahren wir den Wagen in den Schatten unter einen Baum und beginnen eine lange, schweißtreibende Arbeit. Mit einem Politurmittel aus Kenia wird der Wagen gewienert.

- Eine ziemliche Plackerei -

Doch die Arbeit hat sich gelohnt, der Wagen sieht aus wie neu. Sogar die Polizisten, die uns den ganzen Tag zugeschaut haben, sind fasziniert. Und wenn der Oberpolizist genügend Geld gehabt hätte, so hätte er ihn sofort gekauft.

 

Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend fahren wir nach Kampala-City. An den uns bekannten Stellen (Taxistände und Werkstätten) verbreiten wir unsere Absicht, den Wagen verkaufen zu wollen. Nach relativ kurzer Zeit hat es sich in Kampala rumgesprochen und wir erhalten die ersten Angebote. Unserer Meinung nach checken sie, ob sie uns übers Ohr hauen können. Da wir aber noch zwei Wochen Zeit haben, lehnen wir natürlich ab. Einer der Händler macht eine Probefahrt und merkt sofort, dass die Antriebswelle ausgeschlagen ist. Die Reparatur würde etwa 500.00 DM kosten. Wir machen noch einige Termine für morgen und fahren dann nach Entebbe zum Visitor-Club. Wir werden herzlich empfangen und bekommen auch unser altes Doppelzimmer wieder. Mittlerweile hat sich der Preis auf 7000 UShl. erhöht.

Zum Abendessen kaufen wir uns mal wieder ein gutes Stück Fleisch. Wie üblich schneiden wir die Sehnen und das Fett raus und wollen es eigentlich schon in den Müll schmeißen, als uns die Nachbarn ansprechen. Uns ist es sehr unangenehm, dass sie unseren "Abfall" essen wollen und so geben wir noch ein gutes Stück Fleisch dazu. Die Situation ist mal wieder sehr peinlich.

Uwe kann diese Nacht nicht sehr gut schlafen. Er macht sich Sorgen, dass wir das Auto nicht zu einem vernünftigen Preis verkauft bekommen.

 

Wir stehen in aller Frühe auf, essen ausgiebig und fahren schließlich mit unserem Vermieter nach Kampala. Dort erkundigen wir uns zuerst nach den aktuellen Wechselkursen, um das Beste aus dem Geschäft herauszuschlagen. Danach gibt es ein großes hin und her. Die Interessenten sind sehr unschlüssig und wollen alle eine Probefahrt machen. Dabei ist unsere größte Sorge die defekte Antriebswelle zu vertuschen. Der endgültige Käufer darf darum auch nur auf einem geraden Stück Straße fahren, da hierbei die unangenehmen Geräusche nicht zu hören sind. Am Ende dieser Fahrt landen wir in der dreckigsten und wahrscheinlich gefährlichsten Ecke Kampalas. Während ich mich im Wagen einschließe, geht Uwe mit dem Käufer ("ein Mehlhändler!?") in dessen Laden und handelt den endgültigen Preis für den Wagen aus. Nach langem hin und her wird sich endlich auf einen Preis von 2400 US$ geeinigt. Der Mehlhändler holt eine riesige Kiste unter seiner Ladentheke hervor, die randvoll mit Geld ist (nach Uwe’s Schätzungen mindestens 10.000.000 UShl.). Davon werden kurzerhand 2,7 Mil UShl. getauscht und wir erhalten unsere Dollar. Da uns dieses Viertel als zu gefährlich erscheint, verlangen wir von dem Käufer, die Dollar in einer Wechselstube auf Echtheit kontrollieren zu lassen. Erst wenn wir dort ein OK erhalten und außerdem noch in einer etwas sichereren Ecke sind, werden wir den Transfervertrag unterzeichnen. Wie gesagt so getan, allerdings heften sich anschließend noch zwei Schwarze an unsere Fersen und verlangen 200 US$ (ca. 10%) für die erfolgreiche Vermittlung. Nach langem hin und her können wir sie schließlich mit 50 US$ abspeisen. Um das erhaltene Geld noch zu vermehren wollen wir die günstigen Wechselkurse in einigen Wechselstuben ausnutzen und die Dollar noch in DM umtauschen. Dieses Geschäft scheitert allerdings an dem nicht vorhandenen Deutschen Geld.

Ziemlich geschafft aber glücklich fahren wir mit einem Matato zurück nach Entebbe.

 

An diesem Tag passiert außer Essen und Schlafen - Nothing -.

 

In uns herrscht eine ziemliche Leere. Seitdem wir des Auto verkauft haben ist nichts mehr mit uns anzufangen. Wir hängen nur rum und streunen durch die Gegend. Am Abend, bei einem leckeren Hähnchen, beschließen wir den Flug um eine Woche vorzuverlegen.

 

Auch der heutige Tag verläuft nicht anders als die vorherigen. Dabei lassen wir es uns sehr gut gehen und geben ein Vermögen für Brot, Fleisch, Käse und Erdbeerwein aus.

 

Am Vormittag geht es mit dem Matato nach Kampala. Um das Geld nicht unbeaufsichtigt im Hotel zurückzulassen, haben wir die ganzen Dollars in Uwe’s Stirnband gesteckt und ihm um den Hintern gebunden. Nach unserer Meinung ist dies der sicherste Platz, denn jetzt müsste man uns sogar die Unterhosen ausziehen um das Geld zu finden.

In Kampala bummeln wir ein wenig durch die Geschäfte. Dabei testen wir noch einmal, ob es sich lohnt die Dollar gegen DM zu tauschen. Dies scheitert allerdings wieder am nicht vorhandenen Deutschen Geld oder wenn dies vorhanden ist an den äußerst miesen Wechselkursen. Am Bahnhof kaufen wir noch unsere Tickets für je 32 US$ nach Kenia. Wir haben noch Glück, da der Zug nur einmal die Woche fährt und zwar am Mittwoch. Vor der Fahrt nach Entebbe erstehe ich auf dem Busbahnhof noch ein sehr schönes T-Shirt für wenig Geld.

 

Ein letztes mal gehen wir zum "Botanical-Garden", wo unser schöner Urlaub im tiefen Africa begonnen hatte. Inzwischen sind wir gut geübt im "Geschichten erzählen" und brauchen keinen Eintritt zu zahlen. Vom Botanical-Garden gehen wir noch zum nahegelegenen Zoo, der auch direkt am Viktoria-Lake liegt. In diesem Zoo werden vorwiegend Schimpansen gehalten, aber auch Krokodile bekommen wir hier zu sehen. Leider geht es Thomas nicht gut, und wir machen uns auf den Rückweg. Dabei treffen wir noch die zwei Engländer, die wir vor vier Tagen in Kampala getroffen haben. Sie haben inzwischen eine Unterkunft gefunden. Thomas ist wie immer unbelehrbar und muss trotz seiner Bauchschmerzen noch ein Wassereis zu sich nehmen. Danach ist Thomas endlich total fertig und wir müssen zurück zum Visitor-Club. Als wir schließlich packen wollen, klappt er fast halbtot zusammen. Während er sich stöhnend in das Zelt legt, muss ich alle Arbeiten übernehmen, d.h. kochen, spülen, packen, Wasser pumpen, und vieles mehr. Ziemlich geschafft lege ich mich hin und fürchte mich schon vor dem nächsten Morgen.

 

In der Nacht stellt sich heraus, dass Thomas an der berühmten "Furz-und Rülps-Krankheit" leidet, an der ich schon vor zwei Wochen erkrankt war. Das grausame an dieser Krankheit ist, dass die Gesunden bald mehr leiden als der Erkrankte. Trotz allem packen wir alles ein und freuen uns schon darauf, das schützende Dach zu verlassen. Draußen regnet es schon den ganzen Vormittag in Strömen und wir nutzen noch die Zeit um Dinge (Dosen) auszusortieren, die wir nicht mehr tragen wollen. Gegen 12.00 Uhr machen wir uns schwer bepackt zum Matato-Platz auf, nachdem wir noch etwas gegessen haben. Es gab Knochen mit Fett und Fritten ( typisches Uganda-Spar-Gericht ). Da wir inzwischen auch schon total durchnässt sind, hört es auf zu regnen. Die Fahrt nach Kampala läuft wie immer gut, auch wenn in Kampala selber gerade eine Schießerei in unserer Nähe abgeht. Wir wissen nicht, ob der Käufer unseres Wagens evtl. sauer ist und machen uns deshalb sofort auf zum Bahnhof. Dort warten wir ca. 2 Stunden auf den Zug. Unser Waggon ist wie immer der letzte und wir müssen wieder ganz nach hinten laufen. Das Abteil ist jedoch recht komfortabel ( mit Waschbecken, Betten und Moskitonetz ) und gemütlich. Leider kommt noch eine Minute vor der Abfahrt ein Inder in unser Abteil, was sich aber nicht als unbedingt störend erweist. Nachdem unsere Fahrkarten zweimal kontrolliert wurden, bekommen wir eine sehr schöne Dinner-Karte vorgelegt. Da ich keine Preise sehe, frage ich aus Sparsamkeitsgründen nach und wir erfahren zu unserem Erstaunen, dass alles im Fahrpreis enthalten ist. Das erscheint uns fast unglaublich und umso größer ist die Freude, mal richtig vornehm bewirtet zu werden und das alles für nichts. Ich lasse mir ein Kännchen Kaffe vom Ober auf das Abteil bringen und genieße das Gefühl wie ein kleiner König zu leben. Diese Bahnfahrt erweist sich als die Verwirklichung eines Kindertraumes. Wir leben recht luxuriös und genießen alles in vollen Zügen. Pünktlich gegen 7.00 Uhr gehen wir zum Speisewagen, wo uns bald die Luft wegbleibt. Alles Besteck ist aus echtem Silber und der Esstisch ist prunkvoll hergerichtet. Es ist wirklich wie in einem guten Abenteuerspielfilm. Kurz nachdem wir uns gesetzt haben kommt schon das Rumpsteak mit vielen Leckereien Drumherum. Die Portionen waren gewaltig, wenngleich auch Thomas das Essen nicht so genießen konnte, weil ihm nach wie vor kotzübel war. Der Grenzübergang klappt recht gut und wir können uns schlafen legen.

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