
Meine Geschichte des Leidens
Das Leiden
Leider bin auch ich eine pollengeplagte Seele, die in jedem Frühjahr und Sommer zu leiden hat. Meine Augen tränen und sind angeschwollen, aus meiner Nase rinnt ununterbrochen eine farblose Flüssigkeit und durch das ständige Putzen leuchtet mein Zinken im schönen Rot. Zu allem Überfluss kratzt es in meinem Hals, als wenn ich ständig Brennnessel essen würde und manchmal erwischt mich ein Hust- und Niesanfall.
Erfahrungen mit Ärzten
Dieses Leiden begleitet mich nun schon seit früher Kindheit und es wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Ich war nun schon bei so vielen Ärzten (auch angebliche Spezialisten), aber die einzigen Therapien, die sie kennen, sind Hypersensibilisierung und das Bekämpfen der Symptome mit Antihistaminika und Kortisonpräparaten. Die dritte Möglichkeit, die immer wieder angeführt wird, finde ich persönlich die absolute Härte. Man soll sich von den Allergenen fernhalten und damit der Lebensfreude berauben. Dies bedeutet doch nur das eine, ich soll mich in der schönsten Jahreszeit im Keller einschließen und warten, bis es draußen wieder kalt und nass ist (toll!). Als Kind habe ich schon über mehrere Jahre eine Hypersensibilisierung mitgemacht und mich Dutzende Male in den Oberarm stechen lassen (plus 20 bis 30 Minuten sinnloses Warten). Die Therapie hat bei mir jedoch nicht geholfen, es ist zusätzlich noch ein merkwürdiges Symptom aufgetreten. Während der Hypersensibilisierungsphase gab es Zeiten, in denen die Knie bei jedem Schritt geknackt haben. Dies wollte mir aber kein Arzt glauben. Nach der Beendigung der Quälerei mit den Spritzen hörte diese Beeinträchtigung rasch wieder auf. Bis heute habe ich aber immer noch keine Bestätigung, dass das Knacken von der Hypersensibilisierung gekommen ist.
Mittlerweile ist die Liste der Allergene, auf die ich negativ reagiere, ziemlich angewachsen. Bei einem Allergietest im Jahr 1999 zeigte sich eine Hautreaktion gegen die Pollen von Gräsern, Roggen, Birke, Hasel, Schwarzerle und noch einiges andere in abgeschwächter Form. Bis 1998 hatte ich zwei Phasen von ein bis zwei Wochen pro Jahr, in denen ich ziemlich zu leiden hatte. Diese Zeiten habe ich in der Regel durch die sporadische Einnahme von Antihistaminika überbrückt. Bisher habe ich die besten Erfahrungen mit Zyrtec (von UCB/Cassella-Riedel) gemacht, welches bei mir etwa zwei Tage wirkt und alle allergischen Reaktionen weitgehend unterdrückt. Allerdings habe ich schon von Bekannten gehört, die Zyrtec nicht vertragen.
Statusberichte
Statusbericht Juni 2001
Ich habe zum Glück nun meine schlimmste Zeit hinter mir. Bei mir ist es im April und Mai besonders schlimm. Zwar bin ich laut Allergietest gegen fast alles allergisch, aber ich habe die Vermutung, dass ich nur auf Birkenpollen so richtig extrem reagiere. Um die Zeit so gut wie möglich zu überbrücken, habe ich dieses Jahr (April + Mai) jeden Tag morgens eine halbe Zyrtec genommen. Wenn es dann besonders schlimm wurde, habe ich am Abend noch eine weitere halbe Tablette geschluckt und zwischendurch etwas Nasenspray gesprüht. Ansonsten habe ich mich so normal wie möglich verhalten. Ich habe versucht, mich so wenig wie möglich durch den Heuschnupfen beeinflussen zu lassen. Dabei treibe ich regelmäßig draußen Sport (Biken, Skaten, Joggen). Ich muss eigentlich sagen, während ich Sport treibe, merke ich nicht so viel von der Allergie (außer hier und da mal niesen und die Nase schnäuzen). So richtig schlimm wird es dann erst, nachdem ich zu Hause bin und mich ausruhe. Dann geht es so richtig los, aber die Zeit muss man einfach irgendwie überbrücken. Sie geht irgendwann vorbei. Auch morgens nach dem Schlafen ist es besonders schlimm (Laufen der Nase und sehr trockener Hals). Dies ist aber nach dem Frühstück und zwei Tassen Kaffee vorbei. Wie ich schon sagte, versuche ich, mich so normal wie möglich zu verhalten und so wenig wie möglich an die Allergie zu denken. Meiner Meinung nach ist das auch ein wenig Kopfsache. Nahrungsmittelmäßig habe ich mich eigentlich nicht besonders darauf eingestellt. Zwar esse ich schon mehrere Jahre kein Fleisch mehr, aber ansonsten gibt es häufiger diverse Industrieprodukte (Fertigprodukte, Frühstücksflocken, Chips und Süßigkeiten). Da meiner Meinung nach eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung auch mit Obst und Gemüse nicht mehr gegeben ist, gleiche ich dies durch verschiedene Vitamine und Mineralien in Tablettenform wieder aus. Um eine Überdosis eines Stoffes auszuschließen, wechsele ich täglich zwischen den verschiedenen Produkten, zu denen gehören z. B. Vitamin B, C, E, Multivitamin (Multivitol), Zink, Calcium, Kalium, Selen, Algen, Jod. Ich weiß nicht, ob ich es übertreibe, aber bis jetzt habe ich noch keine negativen Auswirkungen gemerkt. Allerdings muss ich auch dazu sagen, besser ist es auch nicht geworden (aber auch nicht schlimmer). Ich hoffe ja immer noch darauf, dass es bei den Allergiemedikamenten irgendwann zum Durchbruch kommt. Dabei ist E25 sicherlich ein guter Ansatz (siehe unten).
Statusbericht Anfang Mai 2002
Zurzeit habe ich keine so starken Beschwerden, da es über Nacht geregnet hat und so die Pollenkonzentration gering ist. Allerdings denke ich, dass es demnächst wieder etwas schlimmer wird. Durch den warmen und sehr trockenen März und April waren die Belastungen bisher ziemlich stark. Meine Beschwerden scheinen sich auch immer mehr von der Reizung der Augen und Nase hin zu Husten zu verschieben. Ich denke zwar, dass ich noch kein richtiges Asthma habe, aber nach einer Joggingrunde hatte ich ziemlich starke Atembeschwerden. Zusätzlich habe ich gemerkt, dass der Konsum von Alkohol die Beschwerden verstärken kann (siehe auch unten "Kommentar Günter"). Allerdings bin ich immer noch nicht bereit, meine Gewohnheiten so stark einzuschränken, dass mir nichts mehr von meiner Lebensqualität bleibt. Ich habe halbwegs regelmäßig meine Zyrtec genommen und als diese Packung leer war, habe ich mir die Weiterentwicklung Xusal A von UCB (Nachfolgeprodukt von Zyrtec) verschreiben lassen und genommen. Meine Einschätzung ist, dass die Wirkung nur minimal besser ist. Allerdings kann ich das bis jetzt noch nicht ganz genau sagen, da ich erst vier halbe Tabletten geschluckt habe und zurzeit die Pollenbelastung nicht so hoch ist. Die Verträglichkeit ist aber genau wie bei Zyrtec sehr gut. Ab diesem Jahr ist das Patent von Zyrtec ausgelaufen und wird nun von mehreren Firmen angeboten. Wenn ihr bei Zyrtec bleiben wollt, dann fragt in der Apotheke auf jeden Fall mal nach einem billigeren Produkt nach (z. B. auch ratiopharm). Zyrtec gibt es auch weiterhin ohne Rezept, was sicherlich auch von Vorteil ist, da man nicht zum Arzt rennen muss und dort mit langen, unsinnigen Wartezeiten zu rechnen hat.
Von vielen anderen habe ich gehört, dass es auch bei ihnen dieses Jahr wieder besonders schlimm war. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal für die vielen, sehr informativen Mails bedanken. Vielen Dank vor allem an Carsten, der mir seine Leidensgeschichte sehr ausführlich geschildert hat. In dieser Mail waren dabei auch noch viele zusätzliche Informationen, die ich hier ganz kurz wiedergeben möchte. Carsten stammt aus der ehemaligen DDR und seine Beschwerden sind erst nach der Wende aufgetreten. Er hatte letztes Jahr sehr gute Erfahrungen mit der Tonakupunktur gemacht, die auf Schallwellen beruht. Leider hat sich seine Ärztin irgendwo nach Spanien abgesetzt und in ganz Europa gibt es wohl nur noch in London ein weiteres dieser Geräte. Verblüffend fand Carsten, dass es sich bei den behandelten Punkten um die Linien des Dick- bzw. Dünndarmmeridians handelt. Nachdem ihm einige Zusammenhänge klar geworden sind, geht er stark davon aus, dass seine Beschwerden von einem weißen Hefepilz (Candida albicans) stammen könnten. Dies ist aber auch noch nicht wissenschaftlich bewiesen. Dieser Pilz ernährt sich von Zucker, Kohlenhydraten (z. B. Brot, Nudeln etc.) und Alkohol. Der Pilz, der eigentlich nicht in der gesunden Darmflora vorkommt, erzeugt neben Fuselalkoholen, Kohlendioxid und im geringen Maße Mykotoxine. Diese Stoffe verwendet der Pilz, um sich gegen die natürliche Darmflora abzugrenzen und zu verteidigen. Allerdings sind die Mykotoxine auch für den menschlichen Organismus giftig. Sie besitzen einen immunogenen Charakter, indem sie die Darmwand durchlässig für allergene Substanzen machen. Mykotoxine zählen zu den giftigsten Substanzen und sind vor kurzem auch als chemische Kampfstoffe ins Gerede gekommen. Eine Bekämpfung dieses Pilzes (Candida albicans) erweist sich als äußerst schwer und sollte auf jeden Fall nur unter ärztlicher Betreuung durchgeführt werden.
Wer zusätzliche Informationen zu Candida albicans weiß oder schon eine Antipilzbehandlung durchgemacht hat, der kann gerne einen Kommentar am Ende der Seite hinterlassen oder mir eine E-Mail schreiben.
Statusbericht Anfang Dezember 2013
Nachdem ich von der Stadt aufs Land gezogen bin, hat meine Heuschnupfenbelastung deutlich abgenommen. Dies kommt sicherlich auch dadurch, dass ich einen relativ ruhigen Lebensstil führe und mir nur wenig Stress mache. Dazu nutze ich die Möglichkeiten auf dem Land, um regelmäßig mit dem Bike oder zu Fuß durch den Soonwald zu cruisen. Dabei ist die Natur Balsam für meine Seele, auch wenn diese durch die zahlreichen neuen Windkraftanlagen mit bis zu 200 m Höhe "etwas" verschandelt ist. Seit 2007 wohne ich in einem Haus, bei dem im Nachbargarten zahlreiche Birken stehen. Unser Nachbar ist ja so stolz auf seine Birken-Allee. Wir ärgern uns aber eher über den immensen Dreck von den Bäumen, welchen wir fast das ganze Jahr ins Haus tragen. Trotz dieser starken Kontamination durch Birkenpollen hatte ich in diesem Jahr nur etwa zwei Wochen gesundheitliche Einschränkungen. Nach dem langen Winter haben die Birken so richtig losgelegt, wodurch die Belastung in der ersten Woche relativ hoch war. In der zweiten Woche hat sich dies deutlich abgeschwächt, sicher auch durch die halbwegs regelmäßige Zyrtec-Einnahme. Wie bisher versuche ich möglichst morgens und abends eine halbe Tablette zu schlucken, dieses Jahr knapp zwei Wochen lang. Ein Vorteil auf dem Land ist sicherlich auch, dass die Birkenpollen wenig belastet durch Ruß und andere Schadstoffe sind. Meine Ernährung ist weiterhin weder schlecht noch absolut gut. Ich esse einiges Frischzeug, verzichte weiterhin auf Fleisch, aber esse auch recht süß und ab und zu mal eine Fertig-Pizza.
Die Belastung durch Gräser habe ich auch dieses Jahr nicht wahrgenommen. Dazu und zur Sonnenallergie werde ich demnächst noch etwas schreiben.
Statusbericht November 2017
Nach dem Ende der Pollensaison 2017 ein kurzer Bericht von mir. Dieses Jahr habe ich sehr gut überstanden und meine Beschwerden waren so gut wie nicht vorhanden. Hier in Rheinland-Pfalz gab es Ende April eine mittlere bis hohe Birkenpollen-Belastung und Mitte Mai bis Mitte Juni eine hohe Gräserpollen-Belastung. Trotz dieser Belastung waren meine Beschwerden sehr gering und ich hatte nur ab und an einmal ein Kratzen in der Nase. Prophylaktisch habe ich dieses Jahr nur zwei halbe Zyrtec-Tabletten genommen.
Statusbericht Oktober 2018
Dieses Jahr kann man fast schon wieder als Jahrhundertsommer bezeichnen. Das Frühjahr 2018 war daher auch eher trockener und die reinigenden Regenschauer fehlten fast vollständig. Die Belastung durch Birkenpollen war gerade Anfang April sehr stark. Auch die Gräserpollen hatten im Mai ein extremes Hoch. Dieses Jahr habe ich daher deutlich mehr Zyrtec eingenommen, wobei ich weiterhin möglichst morgens und abends eine halbe Tablette eingenommen habe. Insgesamt habe ich höchstens 15 Tabletten eingenommen.
Statusbericht April 2020
Als kleinen Rückblick: Im letzten Jahr 2019 hatte ich mittelschwere Beschwerden. Dies wurde primär durch eine lange, trockene Phase während der Birkenblüte hervorgerufen.
Der Winter 2019/2020 war relativ mild und der Frühling begann dementsprechend relativ früh. Dadurch fingen die ersten Beschwerden in der ersten Aprilhälfte an. In dieser Phase war es sehr trocken und der Wind blies regelmäßig und stark. Durch die Einnahme von zwei halben Tabletten Zyrtec konnte ich das Tränen der Augen und Laufen der Nase weitestgehend eindämmen. Am Ostermontag ist es zu einem Wetterumschwung mit leichtem Regen gekommen, weshalb die Luft von den Pollen gereinigt wurde. Es ist immer noch so, dass ich draußen und während der Wanderungen und Bike-Touren wenig bis kaum Beschwerden habe. In der Nacht und am Morgen dagegen kam es zu Halskratzen und laufender Nase. Ich vermute, dass ich mir die Pollen über die Haare ins Bett und auf das Kopfkissen trage und sie dann vermehrt über Nacht einatme.
Heute ist der 23.04.2020. Seit Tagen haben wir traumhaftes Wetter, nur in dieser Jahreszeit würde ich mich als Pollenallergiker sehr über einen reinigenden Regen freuen. Der Pollendienst sagt für heute eine mittlere bis hohe Belastung für Seibersbach voraus. Gut, dass ich über Nacht noch eine halbe Tablette mit dem Wirkstoff Cetirizin zu mir genommen habe. Zwar läuft meine Nase, aber was die Augen und das Halskratzen betrifft, ist es aktuell in Ordnung. Die letzten Tage habe ich mit etwa einer halben Tablette alle ein bis zwei Tage meine Beschwerden gut im Griff gehabt. Hier war jedoch der relativ starke Wind sehr nachteilig, der die Pollen in alle Ecken verteilt hat. Teilweise waren die Treppen und Mauern dunkelgrün von den Pollen.
Eine Sache möchte ich bezüglich der aktuellen Corona-Krise anmerken. Beim Einkaufen lässt es sich leider nicht verhindern, dass man mal niest. Da wird man aber schon ganz schön schief angesehen und teilweise holen die Leute ihre Mund-Nase-Masken heraus und setzen sie auf. Man kommt sich dabei schon so ein wenig wie ein Pest-Aussätziger vor. Ansonsten glaube ich, dass das Maximum der Birkenpollen Anfang dieser Woche erreicht wurde. Viele Birkenkätzchen (Blüten der Birken) wurden durch den starken Wind heruntergerissen und befinden sich in Massen auf unserer Terrasse. Ob es sich bei den Blüten, die zwischen März und Mai blühen, um männliche Birkenblüten handelt, bin ich aktuell überfragt. Soweit ich weiß, produzieren die männlichen Blüten die Pollen. Im Moment hoffe ich, dass der vorhergesagte Regen für Montag (27. April) auch wirklich kommt und seine reinigende Kraft entfaltet. In Kürze folgt mehr...
Statusbericht Juni 2022
Auch dieses Frühjahr habe ich die Birkenpollenblüte gut überstanden und nur ab und zu eine halbe Zyrtec genommen. Aktuell nerven die Gräserpollen. Beim Wandern durch hohes Gras bekomme ich Pusteln oberhalb der Socken. Auch beim Biken, gerade wenn ich schwitze, fängt es oft in den Kniekehlen zu jucken. Dies ist jedoch erträglich und zeitlich begrenzt.
Allerdings schlage ich mich seit zwei Jahren mit einem Hautausschlag herum. Ich habe diesbezüglich Ärzte (Hausarzt und Hautarzt) aufgesucht und war auch schon in der Uniklinik in Mainz. Allerdings bin ich mit der Diagnostik hier in Deutschland nicht wirklich zufrieden. Wenn etwas nicht dem Standard entspricht, tun sich die Ärzte schwer, bzw. haben irgendwie auch nicht die Motivation, die genaue Ursache herauszufinden. Ich gebe ja auch zu, dass Hauterkrankungen sehr vielfältig sein können und eine Diagnose nicht immer leicht ist. Aber ein wenig mehr als die üblichen Allergietests und Empfehlungen, die Haut zu cremen, gab es nicht. Letztlich hat die Uniklinik (Jungärzte) auf Neurodermitis getippt, obwohl die Symptome und Ausschlagstellen bei mir nicht unbedingt typisch sind. Aktuell nehme ich ab und zu eine Cortison-Creme, um den Ausschlag zu bekämpfen. Ich werde in Kürze wohl mal ausführlicher über Neurodermitis und/oder Hauterkrankungen etwas schreiben....

Allergie-Info
Abwehrreaktion des Körpers (Versuch einer einfachen Darstellung)
Das Immunsystem ist dafür zuständig, unseren Organismus vor Fremdkörpern (z. B. Krankheitserregern) zu schützen. Dabei hat es die schwierige Aufgabe, zwischen eigenen Zellen und körperfremden Stoffen zu unterscheiden. Diese werden auch als Antigene oder im Fall von Allergien als Allergene bezeichnet. Dringt ein Antigen in unseren Körper ein, so steht unserem Körper ein ziemlich kompliziertes, aber ausgeklügeltes System der Abwehr zur Verfügung. Die Hauptarbeit übernehmen dabei die Leukozyten, die in drei Formen (Fresszellen, T-Zellen, B-Zellen) vorkommen. Trifft eine Fresszelle (Phagozyten) auf ein Antigen, so umfließt sie diesen Fremdkörper und bildet Bruchstücke des Antigens auf ihrer Oberfläche ab. Die durch Botenstoffe alarmierten T-Zellen (T-Lymphozyten) haben eine kontrollierende Schlüsselfunktion. Die T-Zellen werden in drei Gruppen eingeteilt. Die T-Helferzellen entwickeln einen speziellen Schlüssel und rufen die B-Zellen (B-Lymphozyten) zur Hilfe. Sobald die Rezeptoren (Immunglobulin-Moleküle) auf der Oberfläche der B-Zellen wie ein Schlüssel zum Schloss passen, gehen sie mit den Antigenen eine nicht-kovalente Wechselwirkung ein. Dadurch werden die B-Zellen aktiviert und zur Vermehrung und Differenzierung zu Plasmazellen (sog. Gedächtniszellen) angeregt. Die Plasmazellen produzieren dann die Antikörper (Immunglobuline – spezielle Proteine, 30.000 pro Zelle und Minute), die dann die Antigene attackieren und eine Antikörper-Antigen-Reaktion (Komplexreaktion) eingehen. Die Vernichtung des markierten Fremdkörpers geschieht dann durch die sogenannten Fresszellen (Phagozyten), die T-Killerzellen (T-Lymphozyten) und durch die direkte Zersetzung des Antigens. Die dritte Form der T-Zellen, die T-Unterdrückerzellen, hat eine regulative Wirkung und kontrolliert den Verlauf der Abwehrreaktion. Nach der Vernichtung der Antigene wird die Produktion der Antikörper durch die Ausschüttung von Botenstoffen (Zytokine) gestoppt.
Kommt ein Antigen ein zweites Mal in den Organismus, so ist dieser durch die Gedächtniszellen schon vorbereitet. Trifft der Fremdkörper wieder auf eine T-Helferzelle, so werden die entsprechenden Plasmazellen sofort zur Produktion von Antikörpern angeregt.
Aktualisierung 2024: In den letzten Jahren hat die Forschung die Bedeutung von regulatorischen T-Zellen (Tregs) und des Mikrobioms für die Immunregulation erkannt. Tregs können überschießende Immunantworten unterdrücken und so allergischen Reaktionen entgegenwirken. Auch die Interaktion zwischen Darmflora und Immunsystem ist ein viel untersuchtes Feld.
Was ist eine Allergie?
Eine Allergie ist die fehlgeleitete Abwehrreaktion des Körpers. Dabei werden relativ harmlose Antigene als gefährlich eingestuft und durch das Immunsystem bekämpft. Die T-Zellen erkennen also den eigentlich harmlosen Fremdkörper (Allergen) als Gefahr und nehmen sofort Kontakt zu ihm auf. Dabei werden die oben beschriebenen Schritte ausgelöst, die als Sensibilisierungsphase bezeichnet werden.
Bei einem erneuten Auftreten des Allergens schüttet die T-Zelle sofort den typischen Botenstoff Interleukin 4 aus und setzt damit die allergische Reaktion in Gang. Das Interleukin 4 (B-Zell-stimulierender Faktor 1, BSF-1) bewirkt eine Vermehrung von B- und T-Zellen und regt die Produktion von Immunglobulin E (IgE) an. Mit dem Blut strömen die Antikörper zu den Mastzellen unter der Haut, die Rezeptoren für IgE besitzen. Durch die Reaktion des an die Mastzellen gebundenen IgE mit dem Allergen (Antikörper-Antigen-Reaktion) werden die Mastzellen zur Produktion einer großen Menge von Mediatorsubstanzen (Histamin, Leukotriene, Prostaglandine) angeregt. Die Allergene verbinden so die Mastzellen zu Knäueln und es kommt zu einer explosionsartigen Produktion der Mediatoren. Die Mastzellen schwellen an und explodieren schließlich. Dabei überströmen sie die umliegenden Zellen mit ihrer Giftfracht. Die Membranen der Zellen werden zerstört, Blutgefäße erweitern sich und weiße Blutkörperchen wandern vermehrt ins Gewebe ein.
Symptome einer Allergie?
Wie oben beschrieben, reagiert der Körper überempfindlich auf ein Antigen bzw. Allergen. Dringt also ein Eiweißmolekül von einem Pollenkorn in unseren Körper ein, dann reagiert unser Körper mit typischen Symptomen wie Quaddeln, tränenden Augen, geschwollenen Schleimhäuten und Entzündungen.

Heuschnupfen
Als Symptome der Augen können Rötungen, Juckreiz, Brennen, Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit und Schwellungen auftreten. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Bindehaut in unterschiedlicher Stärke, welche als Konjunktivitis bezeichnet wird. Zur Linderung können die Augen regelmäßig mit klarem Wasser gespült werden. Um die Lichtempfindlichkeit zu reduzieren, sollte im Freien eine gut abschließende Sonnenbrille getragen werden.
Als Symptome der Nase können Juckreiz, Fließschnupfen, Schwellung, Verstopfung und Niesattacken auftreten. Dabei treten die Allergene in die Nase ein und der Körper versucht durch Niesen und wässriges Naselaufen die unerwünschten Fremdkörper wieder zu entfernen. Die auftretende Entzündung der Nasenschleimhaut wird als Rhinitis bezeichnet und führt zur Schwellung und Verstopfung der Nase oder zu eitrigem Nasenausfluss. Durch das häufige Putzen der Nase wird diese häufig rot und wund. Dies kann durch extra weiche Taschentücher reduziert werden. Zur Befeuchtung der Nase gibt es Sprays mit Kochsalzlösung. Viele Geplagte schwören auf Vaseline, die sie sich zum Schutz gegen die Pollen in die Nase schmieren.
Als Symptome der Haut können Juckreiz, Rötungen und Quaddeln auftreten. Weil diese Erscheinungen mit den Auswirkungen beim Berühren von Brennnesseln vergleichbar sind, wird dies auch als Nesselsucht bezeichnet. Vergleichbar sind die Symptome auch mit dem Pricktest, bei dem die Haut mit dem Allergen benetzt und leicht verletzt wird. Die Hautirritationen können durch Schweiß oder kleine Verletzungen verstärkt werden. Als Abhilfe neben den apothekenpflichtigen kühlenden Cremes und Antihistaminika ist mir nur die Vermeidung der Allergene geläufig. Auch wenn es schwerfällt, sollten die betroffenen Stellen durch Kratzen oder Reiben nicht weiter gereizt werden.
An dieser Stelle möchte ich auch auf die Spättyp-Allergie hinweisen, welche durch spezifische T-Zellen aktiviert wird. Hierbei muss im Vorfeld zunächst eine Sensibilisierung erfolgen, sodass die Allergie nicht beim ersten Kontakt auftritt. Die Erytheme, Bläschen und Papeln können dabei nicht nur an der Kontaktstelle, sondern am ganzen Körper auftreten. Bei der atopischen Dermatitis bzw. Neurodermitis handelt es sich um eine Spezialform, bei der die Schutzfunktion der Haut gegenüber Eindringlingen geschwächt ist und so Allergene leichter eindringen können.
Als Symptome im Mundraum und Rachen können Juckreiz, Kratzen und Rötungen, Schwellungen und im schlimmsten Fall Atemnot auftreten. Auslöser können die eingeatmeten Pollen sein, aber auch Kreuzreaktionen mit Nahrungsmitteln. Dies erfolgt, wenn Proteine des Nahrungsmittels eine ähnliche Oberflächenstruktur wie das ursächliche Allergen aufweisen. Viel Trinken von Wasser oder Kamillentee oder eine Inhalation von ätherischen Ölen bewirkt Linderung. Ein nicht behandelter Heuschnupfen kann auch zu allergischem Asthma führen, dem sogenannten Etagenwechsel. Beim Asthma bronchiale handelt es sich um eine Entzündung der Atemwege, die zu einer ödematösen Schwellung der Bronchien führt. Verstärkt wird die Luft- und Atemnot durch die Schleim- und Sekretbildung sowie durch Verkrampfung der Bronchialmuskulatur.
Als weitere Symptome können folgende eher seltenere Beschwerden auftreten. Kopf- und Gliederschmerzen führen manchmal zur Verwechslung mit einer Grippe. Bei Kleinkindern kann eine allergische Reaktion auch zu Erbrechen und Durchfall führen. In ganz seltenen Fällen führt die allergische Reaktion auch zu einem anaphylaktischen Schock mit Organ- und Kreislaufversagen.

Lebensmittelallergie
Auch Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln können eine allergische Reaktion auslösen. Bei der sogenannten Nahrungsmittelunverträglichkeit handelt es sich um eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Inhaltsstoffe in Lebensmitteln. Hier sind im Besonderen Gluten, Eier, Laktose, Erdnüsse oder Sellerie zu nennen, wobei die Gluten-Intoleranz nicht zu den IgE-vermittelten Nahrungsmittelunverträglichkeiten zählt. Die Überempfindlichkeit äußert sich durch Schwellungen der Schleimhäute in Mund, Nase, Hals und Rachen. Weitere Symptome einer Lebensmittelallergie können eine Reizung im Darmbereich mit Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen sein. Unter gewissen Umständen kann es auch zu Reaktionen der Haut mit Nesselbildung und Juckreiz sowie zu asthmatischen Anfällen durch eine Verengung der Bronchien kommen. Zur Reduzierung der Beschwerden wird primär der Verzicht auf die entsprechenden Lebensmittel mit den allergisch reagierenden Inhaltsstoffen propagiert. Eine sichtbare Auswirkung ist das boomende Angebot von beispielsweise glutenfreiem Brot oder laktosefreien Milchprodukten in den Lebensmittelläden.
Neurodermitis
Neurodermitis wird wissenschaftlich als atopisches Ekzem bezeichnet. Eine klare Ursache konnte bis heute noch nicht bestimmt werden. Neben allergischen Reaktionen werden auch genetische Faktoren und Umwelteinflüsse für eine Neurodermitis verantwortlich gemacht. Die Symptome der in Industriestaaten weit verbreiteten Krankheit sind Reizungen mit Rötungen, Trockenheit und Schuppen. Besonders belastend ist der dabei auftretende Juckreiz, der auch zu Schlafmangel und einem Konzentrationsdefizit führen kann. Primär werden die befallenen Stellen der Haut mit pflegenden Salben und Cremes behandelt. Dies mindert den Juckreiz und stärkt die Hautbarriere gegen äußere Einflüsse. Zudem können infektionshemmende, antimykotische und entzündungshemmende Inhaltsstoffe sich positiv auf die Behandlung auswirken. Bei starken Krankheitsschüben werden auch Kortison-haltige Medikamente zur Hemmung der Entzündungen eingesetzt. Jedoch besitzt diese Medikamentenklasse keinen guten Ruf, nicht nur bei Alternativen.

Wie wird die Allergie ausgelöst?
Allergien zählen mittlerweile als Volkskrankheit "No. 1". In Deutschland leidet bereits fast jeder Fünfte an irgendeiner Art von Allergie. Die Ursachen der Immunkrankheiten sind bis heute noch immer nicht hundertprozentig bekannt. In der Vergangenheit wurde jede Menge Ursachenforschung betrieben, aber bis jetzt ist noch immer keine eindeutige Erklärung gefunden. Es gibt viele Ansätze, die Wurzel von Allergien zu beschreiben, wie z. B. dass das Auftreten von Allergien eine stressbedingte Störung ist. Da es keine einheitlichen Ursachen für eine Allergie gibt und jeder Allergiker höchst individuell reagiert, sollte man im Umgang mit Allergikern sehr sensibel sein und ohne Scheu nach den Auslösern der Allergie fragen. Nur mit dem entsprechenden Hintergrund kann man sich angemessen verhalten.
So vielfältig die Allergien sind, so unterschiedlich und vielschichtig können auch die Ursachen sein. Der allgemein zugänglichen Literatur ist keine eindeutige Ursache zu entnehmen. Daher möchte ich hier ein paar Erklärungsversuche nennen, die mir am plausibelsten erscheinen.
Umweltbelastungen
Eine davon ist, dass die steigende Umweltbelastung durch Schadstoffe eine allergische Reaktion begünstigt, wodurch auch die Zahl der Allergiker gestiegen ist. Die Allergene werden z. B. durch Rußpartikel und andere aggressive Stoffe in der Luft so verändert, dass der Körper die Allergene nicht mehr eindeutig erkennen kann. Hiergegen spricht allerdings eine Studie, die einen Vergleich zwischen den alten und neuen Bundesländern anstellt. In der ehemaligen DDR war die Schadstoffbelastung größer als im Westen und dennoch kommen Allergien dort weitaus seltener vor.
Übermäßige Hygiene
Eine Erklärung geht nun davon aus, dass in den hochentwickelten Industrieländern durch die übertriebene Hygiene (Desinfektionsmittel – Sagrotan etc.) das Immunsystem nicht genügend trainiert wird. In der ehemaligen DDR war dies nicht so, die Kinder hatten noch des Öfteren z. B. Wurmerkrankungen und ähnliches und so wurde das Immunsystem beansprucht. In der BRD wurden die wenigen Kinder (häufig Einzelkinder) von allen Seiten umhegt und gepflegt. Die Kleinen wurden in Watte gewickelt, sie durften sich nicht verletzen oder erkälten und der Kontakt mit irgendwelchen Krankheitserregern wurde bis auf ein Minimum reduziert. Auch heute wird nach allem penibel geputzt und desinfiziert und auch das "Essen von Dreck im Sandkasten" ist verpönt.
Aktualisierung 2023: Die Hygiene-Hypothese wurde weiterentwickelt zur „Old Friends“-Hypothese. Demnach braucht unser Immunsystem den Kontakt zu bestimmten harmlosen Mikroorganismen (z. B. aus der Natur, von Tieren), um richtig „lernen“ zu können. Fehlen diese „alten Freunde“, neigt das Immunsystem eher zu Fehlregulationen wie Allergien.
Ernährung
Eine weitere Erklärung der Diskrepanz zwischen DDR und BRD beruht auf der unterschiedlichen Ernährung in den beiden Ländern. Im Westen ist die Ernährung viel zu süß, zu fettig, zu salzig und zu reichhaltig, außerdem wird immer mehr Fastfood konsumiert. Zusätzlich sind die Wirkungen der verschiedenen Zusatzstoffe (Konservierungsmittel / Farbstoffe) auf unseren Körper auch noch nicht in allen Einzelheiten geklärt. Durch den von oben bedingten Mangel haben sich die Leute im Osten häufig noch aus dem eigenen Garten ernährt. Frisches Obst und Gemüse enthalten reichlich Vitamine und auch mild eingelegter Kohl mit einem hohen Gehalt an Vitamin C und L(+)-Milchsäure stärken das Immunsystem. Der Anteil an Tiefkühlkost und Fertiggerichten war dagegen sehr gering. Nach der Wende hat sich diese Situation drastisch gewandelt. Im Osten sind die Supermärkte wie Pilze aus dem Boden geschossen und nun bekommen auch die "Ossis" ihre konservierten und eingeschweißten Lebensmittel. Vielleicht aus diesem Grund nahm also der Anteil der Kinder mit Allergien in den letzten Jahren im Osten zu.
Darmflora
Der Ernährungswissenschaftler Hans-Günter Berner ist der Meinung, dass die Allergien im Darm entstehen. Unser Verdauungstrakt ist der Ort, der durch die Nahrungsmittel am engsten mit der Umwelt in Kontakt kommt. Die Darmflora besteht aus mehr als 500 Bakterienarten, die uns mit ihrem Stoffwechsel vor verschiedenen Krankheiten wie etwa Pilzinfektionen oder aber Allergien schützen. Fleisch, zuckerreiche und ballaststoffarme Kost belastet das Darmklima und begünstigt so das Wachstum von unerwünschten Bakterien und sogar von Pilzen in der Darmschleimhaut. Die so entstehenden Infektionen beeinträchtigen die Funktion des Darms und bewirken, dass kleinere oder größere Löcher in der Darmschleimhaut entstehen. Durch diese Löcher können dann Nahrungspartikel hindurchschlüpfen und gelangen so unverdaut ins Blut. In diesem Fall springt das Immunsystem an und bildet letztendlich Antikörper (Immunglobuline). Die biologische Verwandtschaft von Steinobst und Nüssen zu Pollenproteinen oder aber anhaftende Pollen können nun die Immunreaktionen hervorrufen. Die Antikörper werden danach auch an allen anderen Schleimhäuten (Nase, Augen) tätig und so kommt es auch zu dem typischen Tränen der Augen und dem Laufen der Nase.
Amalgam
Viele Menschen schieben die Ursache der Allergien auf das Amalgam in den Zahnplomben. Amalgam ist eine Legierung des Quecksilbers mit anderen Metallen und das Quecksilber kann durch Abrieb und Ausdünstungen in den Körper gelangen. Auch über die Nahrungskette gelangt das Schwermetall in unseren Körper, wobei z. B. der Quecksilbergehalt im Thunfisch (0,3 – 0,4 ppm) besonders hoch ist. Quecksilber und seine Verbindungen sind starke Gifte und Enzyminhibitoren und können sich mit der Zeit im Körper anlagern. Enzyme sind Verbindungen, die bei uns im Körper als Katalysatoren wirken und im Stoffwechsel fast alle chemischen Reaktionen steuern. Quecksilber-Ionen reagieren mit den freien Thiol-Gruppen von Proteinen und verdrängen dabei andere Metall-Ionen, wie z. B. das Zink. Durch die andere Größe des Metall-Ions wird die Struktur des Enzyms verändert und dessen katalytische Wirkung unterdrückt. Zink ist dagegen ein total wichtiges Spurenelement, das an fast 200 Stoffwechselvorgängen beteiligt ist (z. B. in Serotonin). Der Zinkgehalt des menschlichen Organismus beträgt 2–4 g. Die Schwankungen des Zinkspiegels haben mit dem Insulin-Stoffwechsel zu tun, das Insulin kann Aggregate mit zwei oder vier Zink-Ionen bilden. Zudem spielt Zink eine wichtige Rolle in der Wundheilung. Man nimmt an, dass Vitamin A als wesentlicher Bestandteil der Gewebeheilung nur in Gegenwart ausreichender Mengen von Zink verwertet werden kann. Aus diesem Grund wurde Zink schon bei den Ägyptern und Chinesen zur Behandlung von Hautkrankheiten eingesetzt. Heute kommt es beispielsweise in der Penaten-Creme zum Einsatz. Nun kommen wir auf die große Bedeutung von Zink bei den Allergien. Studien haben gezeigt, dass das Immunsystem bei Zinkmangel nicht oder nur sehr langsam reagiert. Aus diesem Grund sind Leute mit einer zu geringen Zinkversorgung häufiger mit Schnupfen oder Grippe geplagt. Außerdem wird das Histamin (Mediatorsubstanz) durch das Zink fest in den Mastzellen gebunden. Fehlt der Koppelstoff Zink, so kann das Histamin auch freigesetzt werden, ohne dass es gebraucht wird. In diesem Fall kommt das Immunsystem ins Rollen und ruft Entzündungen oder auch eine allergische Reaktion hervor. Die DGE-Empfehlung für die tägliche Zinkzufuhr liegt bei 12–15 mg/Tag (250 g Linsen oder 400 g Camembert).
Nun besteht durch die gestiegene Umweltbelastung (oder auch Amalgamplomben) ein gestiegener Zinkbedarf, der aber durch den natürlichen Gehalt der Lebensmittel an Zink nicht mehr gedeckt werden kann. Durch den sauren Regen bei uns wird das Zink aus dem Boden geschwemmt und gerade der Anteil an Zink im deutschen Getreide reduziert sich immer weiter.
Aktualisierung 2025: Die aktuelle Studienlage sieht keinen eindeutigen kausalen Zusammenhang zwischen Amalgamfüllungen und der Entstehung von Allergien. Dennoch wird Zinkmangel weiterhin als möglicher Faktor diskutiert, der die Immunregulation beeinflussen kann. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Zink (z. B. durch Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkorn) wird empfohlen.
Mangelerscheinung
Eine weitere Ursache, die auch mit in die oben genannten Gründe hineinspielt, ist der Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Auch durch eine ausgewogene Ernährung ist es nicht mehr gewährleistet, unseren Körper mit ausreichenden Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen. Hier nur ein Beispiel von vielen: Bei Spinat hat zwischen 1985 und 1996 der Gehalt an Magnesium um 68 %, an Vitamin B6 um 59 % und an Vitamin C um 58 % abgenommen. Die Ursache liegt z. B. in Treibhauskulturen, erhöhtem Ozongehalt, neuen Züchtungen, höheren Erträgen, Bestrahlung zur Konservierung, saurem Regen und Überdüngung. Zudem benötigt unser Körper z. B. durch Stress am Arbeitsplatz oder die Umweltverschmutzung eine höhere Vitamin- und Mineralstoffzufuhr. Diese Diskrepanz verursacht eine Schwächung des Immunsystems, sodass, wie oben geschrieben, der Darm von Pilzen befallen werden kann.
Allergie im Alter
Ich habe meine allergische Reaktion gegen Birken- und Gräserpollen schon seit meiner Kindheit. Aktuelle Studien belegen jedoch, dass man auch im fortgeschrittenen Alter eine neue oder zusätzliche Allergie ausbilden kann. Dies tritt ungefähr bei jeder zehnten Person auf und liegt unter anderem an einer Veränderung der Immunabwehr oder der Schleimhäute.
Fazit
Das ist nun eine ganze Latte an Gründen, warum immer mehr Menschen an Allergien erkranken. Keiner der Gründe ist der einzig wahre, die Ursache einer Allergie ist sicherlich eine Kombination aus mehreren Gründen.

Alternative Behandlungsmethoden
Oben habe ich eine ganze Reihe an möglichen Ursachen für Allergien aufgezählt. Mir ist bei den mich behandelnden Ärzten aufgefallen, dass sie meiner Meinung nach nicht so den richtigen Durchblick und Überblick haben. Wenn man etwas tiefergehend nachfragt, kommt nur Schulterzucken oder irgendwelche Glanzprospektphrasen. Die Ärzte haben an der Uni etwas gelernt, sind aber weitgehend auf diesem Stand stehen geblieben (soll keine Verallgemeinerung sein, nur meine bisherige Erfahrung). Bei den Allergien kennen sie immer nur ihre Standardmethoden und Verfahren (Hypersensibilisierung etc.). Vielen Ärzten kommt es nicht in den Sinn, mal über den Tellerrand zu blicken und es ist ihnen fremd, die Ursache an der Wurzel anzupacken. Dies ist bei den Heilpraktikern aufgrund ihrer Philosophie ganz anders. Leider war ich noch nicht bei einem Heilpraktiker und so kann ich nicht bestätigen, ob sie wirklich so handeln. Einige sehr interessante Informationen über Allergien habe ich auf Seiten von Heilpraktikern im Internet gefunden. Viele Seiten im Internet waren richtig informativ und seriös aufgezogen. Habe dabei auch Behandlungsmethoden gefunden, deren Wirkungsweise ich nicht nachvollziehen kann oder die mir mystisch vorkommen. Im nächsten Abschnitt zähle ich einige dieser alternativen Heilmethoden auf, deren Beschreibung und Bewertung ich aus einem Buch von Prof. Dr. Walter Dorsch entnommen habe, einem Mitglied des Arbeitskreises Komplementärmedizin der DGAI. Nachdem ich nun eine Vielzahl von unterschiedlichen Informationen durchforstet habe, schreibe ich im letzten Abschnitt meine abschließende Meinung zu diesem sehr undurchsichtigen und komplexen Thema.
Alternative Heilmethoden
Wie nun mehrmals erwähnt, kennt die Schulmedizin zur Behandlung von Allergien nur die Hypersensibilisierung und Antihistaminika.
Dagegen bietet die Erfahrungsmedizin (Naturmedizin, Heilpraktiker) eine breite Anzahl an Behandlungsmethoden. Allerdings ist die Wirksamkeit einer Vielzahl von Behandlungsmethoden noch nicht nachgewiesen oder sogar widerlegt worden. Dennoch kann nur das konstruktive Miteinander zwischen Schulmedizin und alternativen Heilverfahren zu Fortschritten führen. Ein gegenseitiges Verurteilen und Übersehen führt dagegen nicht weiter.
Akupunktur:
Die Akupunktur ist eine alte chinesische und japanische Heilmethode, bei der mit langen Metallnadeln bestimmte Hautabschnitte gestochen (punktiert) werden. Es gibt schon einige Studien, die die Linderung von asthmatischen Erkrankungen durch Akupunktur belegen.
Autogenes Training:
Das autogene Training ist eine psychotherapeutische Methode zur konzentrierten Selbstentspannung. Auf autosuggestivem bzw. autohypnotischem Weg werden durch das Erlernen von Konzentrationsübungen sonst nicht beeinflussbare Körperfunktionen beeinflusst. Dies hat auch bei der Behandlung von Asthma und Ekzemerkrankungen einen hohen Stellenwert.
Autohomologe Immuntherapie:
In einer speziellen, aber geheimen Technik wird das Patientenblut oder der Urin auf biochemischem Wege verändert. Danach wird dies dem Patienten auf oralem, nasalem, inhalativem oder parenteralem Weg verabreicht. Dieses Verfahren wird sehr medienträchtig gegen viele Krankheiten (Allergien, AIDS, Krebs) eingesetzt, für deren Behandlung die Schulmedizin noch keine hinreichenden Therapieverfahren bietet. Allerdings ist die autohomologe Immuntherapie für den Patienten mit hohen Kosten verbunden und wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Dieses Verfahren kann als nicht sehr seriös angesehen werden, da die wenigen Erfolge nicht unabhängig bestätigt wurden.
Aromatherapie:
Durch verschiedene Düfte wirkt die Aromatherapie positiv auf das Befinden der Patienten. Dem Verfahren kann zumindest nichts Negatives nachgesagt werden.
Bachs Blütentherapie:
Hierbei werden frische Blüten ausgewählter Pflanzen über Nacht in Wasser eingelegt und das Wasser am nächsten Morgen getrunken. Auch hier fehlen Studien über die Wirksamkeit der Blütentherapie und bis auf die Beeinflussung des Befindens (Autosuggestion) kann eigentlich keine Wirkung vom Blumenwasser ausgehen.
Balneologie, Neotherapie, Kneipptherapie:
Diese Methoden wie Sauna, Wechselbaden und andere kneippsche Therapien stärken das Immunsystem und vermindern Infekte in den oberen Luftwegen.
Diäten:
In den Industrienationen ist eine falsche Ernährung weit verbreitet. Prinzipiell ist eine ausgewogene Ernährung sehr wichtig für unser Wohlbefinden und die Gesundheit. Z. B. kann der Ersatz von mehrfach ungesättigten Fettsäuren bei der Behandlung eines Ekzems von großem Nutzen sein. Vor allem bei Nahrungsmittelallergien ist eine Vermeidung von Allergenen sehr wichtig. Durch die Zunahme von Genprodukten, wie Tomaten und Mais, können sogenannte Kreuzreaktionen auftreten, welche für den Konsumenten nicht direkt erkennbar sind. Aus diesem Grund gibt es seit 2014 eine Kennzeichnungspflicht für 14 relevante Inhaltsstoffe.
Eigenblutbehandlung:
Bei der Eigenblutbehandlung wird Blut aus der Vene entnommen und intramuskulär injiziert. Belege für die positiven Wirkungen dieser zum Teil sehr schmerzhaften Reiztherapie fehlen bisher ganz.
Elektroakupunktur nach Voll (E. n. V.):
Die E. n. V. wird in der Alternativmedizin bei fast allen Erkrankungen eingesetzt, v. a. aber bei Allergien, zur Vorbeugung von Erkrankungen durch Früherkennung und zur Diagnose chronischer Vergiftungen. Bei der E. n. V. wird an bestimmten Stellen des Körpers (v. a. Hände und Füße) der Hautwiderstand gemessen. Wenn die gemessenen Werte von einem Normwert abweichen, so werden an diesen Stellen elektrische Ströme angelegt, bis der Normalwert erreicht ist. Zur Bestimmung von Allergenen oder chronischen Vergiftungen oder zur Bestimmung der Wirkung von Medikamenten werden die zu testenden Substanzen zwischen Messgriff und Gerät gebracht. Anhand der Änderung der Messergebnisse kann bestimmt werden, ob sich die Substanz positiv oder negativ auf den Körper auswirkt. Aufgrund der Messergebnisse mit den verschiedenen Substanzen wird ein Cocktail aus z. B. Blüten und Bakterien gemischt, der dann über einen gewissen Zeitraum eingenommen werden muss.
Fokussuche:
Die Fokussuche ist eine unkonventionelle Methode zur Findung des Brennpunktes (Krankheitsherdes).
Funktionelle Entspannung:
Funktionelle Entspannungsmethoden (wie nach Jacobsen) und das autogene Training haben einen hohen Stellenwert bei der Behandlung des atopischen Ekzems (Überempfindlichkeit) und des Asthma bronchiale.
Homöopathie:
Bei der Homöopathie werden Kranke mit solchen Mitteln in hoher Verdünnung behandelt, die in größerer Menge bei Gesunden ähnliche Krankheitserscheinungen hervorrufen würden. Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass Extrakte der aus dem brasilianischen Urwald stammenden Pflanze Galphimia glauca eine asthmaschützende Wirkung besitzen. Man unterscheidet zwischen Hochpotenz- und Niederpotenz-, organotroper und personotroper Homöopathie und das letzte Wort auf diesem Gebiet ist sicherlich noch nicht gesprochen.
Klimatologie:
Hierbei wird der belegte positive Effekt vom speziellen Klima (Hochgebirge, Meer) auf Asthma ausgenutzt. Leider gibt es noch keine Langzeitstudien zu dieser Therapie.
Phytotherapie:
Die Wissenschaft von der Heilbehandlung mit pflanzlichen Substanzen ist mittlerweile ein Teil der klassischen Schulmedizin. Alle synthetischen Antihistaminika haben pflanzliche Ursprünge, sie haben sich durch klinische Beobachtungen von traditionellen Medikamenten entwickelt. Darum ist es fast nicht mehr möglich, eine Trennlinie zwischen Schulmedizin und Phytotherapie zu ziehen.
Psychotherapie:
Da die Ursache von Allergien eine stressbedingte Störung sein kann (nicht klar bewiesen), ist eine Behandlung dieser körperlichen Erkrankung durch systematische Beeinflussung (z. B. Suggestion, Hypnose, Psychoanalyse) des Seelenlebens denkbar. Es wurden schon gute Erfolge bei der Behandlung von Kindern mit atopischem Ekzem oder Bronchialasthma unter Einbeziehung der Familiendynamik erzielt.

News
Hier habe ich einfach ein paar Infos aus dem Netz zusammengetragen, wie z. B. von Bild der Wissenschaft. Damit hege ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer möchte, kann mir über die Kommentarfunktion weitere Infos zuschicken.
Heuschnupfen zu Corona-Zeiten (2020)
Der Deutsche Polleninformationsdienst gibt Entwarnung für Pollen-Allergiker mit Rhinitis und allergischem Asthma. Personen, die allergisch reagieren, besitzen keine reduzierte Immunabwehr und sind damit nicht besonders durch das Corona-Virus gefährdet. Allergiker sollen sich an die aktuellen Bestimmungen zur sozialen Distanzierung halten und die verordneten Medikamente weiter zu sich nehmen.
Hoffnungen bei Beifuß-Ambrosie-Allergie (2020)
Beifuß-Ambrosie-Pollen sind sehr starke Allergene, auf welche allein in Europa weit über 20 Millionen Menschen allergisch reagieren. Nun gibt es Hoffnungen von unerwarteter Seite. Der Blattkäfer Ophraella communa setzt der Pflanze Beifuß-Ambrosie so sehr zu, dass die Blüte und Pollenproduktion stark reduziert wird. Weitere Infos auf Wissenschaft.de.
Stoßlüften bevorzugen (2017)
In einer Studie von deutschen Forschern wurde herausgefunden, dass sich bei Stoßlüften von 5 Minuten alle 2 Stunden weniger Pollen im Raum sammeln als bei gekipptem Fenster.
Reaktiver Sauerstoff (2011)
Mainzer Forscher konnten nachweisen, dass die eigentlich sehr kurzlebigen reaktiven Sauerstoff-Zwischenstufen auf Aerosol-Oberflächen doch länger als vermutet „überleben“. Dadurch können Schwebeteilchen wie Ruß- und Rauchpartikel chemisch verändert werden. Eingeatmet greifen diese dann in die Funktionen der Lunge und weiterer Organe ein, wodurch sie möglicherweise ein höheres Allergiepotential besitzen.
Allergin-1 (2010)
Japanische Forscher haben einen Eiweißstoff entdeckt, der die Ausschüttung von Histamin und anderen Stoffen blockiert. Das Allergin-1 bezeichnete Molekül könnte daher ein Ansatz für die Behandlung von starken Allergien bedeuten.
Warnung vor Ephedra (2008)
In einem Handelsblatt-Artikel wurde vor einem zu starken Verzehr von Ephedra gewarnt. Ephedra ist als Meerträubel und Ma-huang bekannt und wird als Appetitzügler und gegen Heuschnupfen (Bronchospasmus) angepriesen. Seit 2006 ist das Naturheilmittel rezeptpflichtig.
Blockierte Histamin-Ausschüttung (2002)
In den USA haben Forscher einen neuen Ansatz zur Behandlung von Allergien an Mäusen getestet. Die neue Substanz verbindet dabei die Mast- und Basalzellen, wodurch die Histamin-Ausschüttung blockiert wird.
Allergierisiko durch Dieselabgase (2002)
Wie schon immer vermutet, sollen Dieselabgase das Allergie-Risiko erhöhen. Dies wurde nun von dem US-Immunologen Fred Finkelman in Tierversuchen bestätigt. Leider nimmt in Deutschland die Zahl des Schwerlastverkehrs und die der privaten Dieselfahrzeuge immer mehr zu. Hoffentlich ändert sich daran bald etwas, bevor noch mehr Menschen an Allergien erkranken. Aber die Parteien beschäftigen sich ja lieber mit Beschuldigungen gegeneinander als sich um die wirklich wichtigen Dinge zu kümmern.
Alkohol beeinflusst Immunsystem (2002)
Spanische Forscher haben festgestellt, dass schon geringe Mengen Alkohol (70 g/Woche = 1 Glas Bier/Tag) das Immunsystem beeinflussen. Durch den Alkohol wird der Antikörper Immunglobulin E vermehrt produziert, welches in Verbindung mit Mastzellen zu einer vermehrten Histamin-Ausschüttung führt. Einen Einfluss auf die Entstehung von Allergien durch Alkohol konnte jedoch nicht beobachtet werden.
Aktualisierung 2023: Sublinguale Immuntherapie (SLIT)
Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) kann heute nicht nur als Spritze, sondern auch als Tablette oder Tropfen unter die Zunge (sublingual) durchgeführt werden. Für Gräser- und Birkenpollenallergiker stehen zugelassene Präparate zur Verfügung, die bei regelmäßiger Einnahme die Beschwerden langfristig lindern können.
Aktualisierung 2024: Klimawandel und Pollenflug
Studien zeigen, dass der Klimawandel die Pollensaison verlängert und die Pollenkonzentration erhöht. Zudem werden manche Pflanzen aggressivere Allergene produzieren. Dies könnte die Belastung für Allergiker weiter steigern.

Medikamente
Zyrtec ®

(c) Selbst erstellte Strukturformel
Hersteller: UCB
Wirkstoff: Cetirizin (Racemat, R- und S-Form) ([(RS)-{2-[4-(4-Chlorbenzhydryl)-1-piperazinyl]- ethoxy}- essigsäure, C21H25ClN2O3, MG. 388,89])
Xusal ®

(c) Selbst erstellte Strukturformel
Hersteller: UCB
Wirkstoff: Levocetirizin – das pharmakologisch aktive R-Enantiomer von Cetirizin (Zyrtec). Es besitzt die gleiche Summenformel, aber eine definierte räumliche Struktur.
Wirkung: H1-Antihistaminikum der zweiten Generation, kaum sedierend.
Hinweis: Die Herstellung enantiomerenreiner Substanzen ist aufwändiger als die von Racematen. Anders als im Fall Contergan (Thalidomid), wo nur ein Enantiomer schädigend wirkte, ist bei Cetirizin das R-Enantiomer wirksam, das S-Enantiomer praktisch unwirksam, aber unbedenklich.
Lisino ®, Lorano ®, CH: Claritine®

(c) Selbst erstellte Strukturformel
Hersteller: Essex Pharma
Wirkstoff: Loratadin – ein nicht-sedierendes Antihistaminikum der zweiten Generation.
Wirkung: H1-Antagonist.
Aerius ®

(c) Selbst erstellte Strukturformel
Hersteller: Essex Pharma
Wirkstoff: Desloratadin – aktiver Hauptmetabolit von Loratadin. Es wirkt ebenfalls selektiv an H1-Rezeptoren und hat zusätzlich entzündungshemmende Eigenschaften.
Telfast ®

(c) Selbst erstellte Strukturformel
Hersteller: Hoechst Marion Roussel (heute Aventis)
Wirkstoff: Fexofenadin – der aktive Metabolit von Terfenadin. Es ist ein nicht-sedierendes Antihistaminikum.
Wirkung: H1-Antagonist.
Teldane ®

(c) Selbst erstellte Strukturformel
Hersteller: Aventis
Wirkstoff: Terfenadin – ein Antihistaminikum der ersten Generation, das heute aufgrund von Herzrhythmusstörungen weitgehend vom Markt genommen wurde.
Wirkung: H1-Antagonist.
Vividrin ®

(c) Selbst erstellte Strukturformel
Hersteller: Bausch & Lomb (und Generika)
Wirkstoff: Natriumcromoglicat – ein Mastzellstabilisator. Chemisch: 5,5′-(2-Hydroxy-trimethylendioxy)-bis(4-oxo-4H-1-benzopyran-2-carbonsäure) als Natriumsalz.
Wirkung: Lokale Anwendung als Augentropfen oder Nasenspray hemmt die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen.
Zukunftsaussichten
Xolair (Omalizumab)
In der letzten Zeit geisterte eine große Hoffnung für alle Allergiker mit dem kurzen Namen Xolair E25 durch alle Medien. Dabei handelt es sich um ein Medikament von Novartis, Genentech und Tanox Biosystem, das während der kritischen Phase der Allergie im Abstand von 4 bis 5 Wochen gespritzt wird. Es befand sich damals noch in der Testphase und sollte frühestens im Herbst 2001 in Deutschland auf den Markt kommen. Die Wirkung des Medikamentes (Anti-IgE-Antikörper) beruht auf der Blockierung des Schlüssel-Schloss-Prinzips zwischen Rezeptoren und Mastzelle. Zwar wird das Allergen noch durch den Rezeptor erkannt, dieser kann aber nicht mehr an die Mastzelle andocken. Dadurch wird die Mastzelle nicht mehr veranlasst, die Mediatorsubstanz (Histamin) auszuschütten.
Aktualisierung 2025: Omalizumab (heute unter dem Handelsnamen Xolair bekannt) ist inzwischen für die Behandlung von schwerem allergischem Asthma und chronischer spontaner Urtikaria zugelassen. Es wird alle 2–4 Wochen injiziert und kann die Symptome deutlich reduzieren, heilt aber die Allergie nicht. Seit einigen Jahren wird es auch bei schwerer saisonaler allergischer Rhinitis eingesetzt, wenn andere Therapien nicht ausreichen. Zudem sind weitere Biologika wie Dupilumab (gegen Asthma und Neurodermitis) auf dem Markt, die gezielt in die Entzündungskaskade eingreifen.
Die Behandlung mit diesem Medikament ist allerdings auch kein Heilmittel. Die tatsächliche Ursache der Allergie wird nicht behoben, sondern nur die Auswirkungen unterdrückt. Sobald die Behandlung abgesetzt wird, treten die normalen allergischen Reaktionen wieder auf. Dennoch ist es für viele schwer betroffene Allergiker eine wertvolle Option.
Weitere Erfahrungsberichte / Kommentare
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Link-Liste
Hier findet Ihr ein paar Links zu wichtigen Seiten! Sollte etwas fehlen, einfach kontaktieren :-)
- Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB)
- Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst – Pollenflugvorhersage und Forschung
- Aktuelle Pollenflugvorhersage beim Deutschen Wetterdienst
Aktualisierung 2024: Zusätzlich empfehle ich die Seite ECARF (European Centre for Allergy Research Foundation) mit vielen Informationen und Zertifizierungen für allergikerfreundliche Produkte.
Hey Thomas,
hier ist Charles aus dem Neanderthal ????
Wir sind wohl relativ zeitgleich zur Bergischen Uni in Wuppertal gegangen, ich war oben in Gebäude I ("I" für Strom ????.
Habe heute planlos nach privater homepage gegoogelt, davon gab es ja früher (vor der Abmahnwelle) wesentlich mehr und dann kam direkt Deine bananapage im Suchergebnis.
Aber deshalb schreibe ich nicht, sondern ..
Habe Deine Allergieinfos gelesen und hatte genau das gleiche über Jahrzehnte.. kam damals kaum die lange schmale Treppe (unten von der Strasse zur Uni-Cafete) hoch, habe einfach keine Luft mehr bekommen von dem ganzen Heuschnupfen. Musste sogar einmal in die Notaufnahme ..
Das ging jahrein jahraus, immer 3..4 Monate die schlimmste Quälerei ab Februar .. bis ich vor ca. 15 Jahren eine zufällige Entdeckung machte .. seitdem habe ich keinen Heuschnupfen und kein Asthma mehr. Also .. bei Symptomen einfach einen keinen Salzkrümel (ca. 1mm Durchmesser, Meersalz bevorzugt -> schmeckt etwas besser, aber das normale geht auch) auf die Zungenspitze legen und dort für ca. 3..5 Minuten einfach and er selben Stelle liegenlassen !
Mund kann natürlich geschlossen sein und man kann den Salzkrümel mit der Zungenspitze an den Gaumen drücken. Das brennt ganz schön auf der Zunge aber einfach liegenlassen und eh voila .. nach ca. 2 Minuten sind die Beschwerden auch schon weg, kein Heu mehr und kein Asthma ????
(Salziges Essen ist nicht dasselbe und hat auch nicht die gewünschte Wirkung).
Klappt bei mir wunderbar und ich habe es damals mit vielen Leuten (in Kneipen, etc.) ausprobiert und es hat immer funktioniert. Es gab natürlich die harten Fälle "Ey Du verarscht mich". Und ich sach: "Was denn .. isses getz weg oder isses nicht weg?" .. "Ja, es ist weg .. aber Du verarscht mich doch, määhh .." ????
Dann habe ich das mal einem Apotheker erzählt .. er habe ja so viele Kunden, die unter Heuschnupen leiden .. und weisste was der gesagt hat ? "Salzkrümel, damit kann ich doch kein Geld verdienen .." Aua .. Wie es funktioniert kann ich nicht sagen, das hat wohl was mit dem Gehirn, Nerven, Elektrolyten zu tun .. bzw. da klemmt ein FlipFlop, da fehlt ein Aktionspotential .. so oder so ähnlich.
Probier es einfach aus und gib bescheid, ob es Dir geholfen hat.
Charles ????
5 Kommentare
Charles aus dem Neanderthal -
Hey Thomas,
hier ist Charles aus dem Neanderthal ????
Wir sind wohl relativ zeitgleich zur Bergischen Uni in Wuppertal gegangen, ich war oben in Gebäude I ("I" für Strom ????.
Habe heute planlos nach privater homepage gegoogelt, davon gab es ja früher (vor der Abmahnwelle) wesentlich mehr und dann kam direkt Deine bananapage im Suchergebnis.
Aber deshalb schreibe ich nicht, sondern ..
Habe Deine Allergieinfos gelesen und hatte genau das gleiche über Jahrzehnte.. kam damals kaum die lange schmale Treppe (unten von der Strasse zur Uni-Cafete) hoch, habe einfach keine Luft mehr bekommen von dem ganzen Heuschnupfen. Musste sogar einmal in die Notaufnahme ..
Das ging jahrein jahraus, immer 3..4 Monate die schlimmste Quälerei ab Februar .. bis ich vor ca. 15 Jahren eine zufällige Entdeckung machte .. seitdem habe ich keinen Heuschnupfen und kein Asthma mehr. Also .. bei Symptomen einfach einen keinen Salzkrümel (ca. 1mm Durchmesser, Meersalz bevorzugt -> schmeckt etwas besser, aber das normale geht auch) auf die Zungenspitze legen und dort für ca. 3..5 Minuten einfach and er selben Stelle liegenlassen !
Mund kann natürlich geschlossen sein und man kann den Salzkrümel mit der Zungenspitze an den Gaumen drücken. Das brennt ganz schön auf der Zunge aber einfach liegenlassen und eh voila .. nach ca. 2 Minuten sind die Beschwerden auch schon weg, kein Heu mehr und kein Asthma ????
(Salziges Essen ist nicht dasselbe und hat auch nicht die gewünschte Wirkung).
Klappt bei mir wunderbar und ich habe es damals mit vielen Leuten (in Kneipen, etc.) ausprobiert und es hat immer funktioniert. Es gab natürlich die harten Fälle "Ey Du verarscht mich". Und ich sach: "Was denn .. isses getz weg oder isses nicht weg?" .. "Ja, es ist weg .. aber Du verarscht mich doch, määhh .." ????
Dann habe ich das mal einem Apotheker erzählt .. er habe ja so viele Kunden, die unter Heuschnupen leiden .. und weisste was der gesagt hat ? "Salzkrümel, damit kann ich doch kein Geld verdienen .." Aua .. Wie es funktioniert kann ich nicht sagen, das hat wohl was mit dem Gehirn, Nerven, Elektrolyten zu tun .. bzw. da klemmt ein FlipFlop, da fehlt ein Aktionspotential .. so oder so ähnlich.
Probier es einfach aus und gib bescheid, ob es Dir geholfen hat.
Charles ????
Antwort:
Hi Charles,
vielen Dank für deine Nachricht.
Ja, die gute alte Studienzeit – ich erinnere mich noch gerne daran.
Zum Glück hatte ich nie so extremes Asthma, dass ich beispielsweise die gefühlt eine Million Stufen vom Studentenwohnheim hinauf zur Uni nicht ohne Probleme hätte bewältigen können.
Auch aktuell habe ich ab und zu mit tränenden Augen, Hautausschlag oder einer laufenden Nase zu tun, aber es ist nicht dramatisch. Vielleicht haben mich die zahlreichen Birken bei meinem Nachbarn etwas hypersensibilisiert – aber wer weiß.
Lange Zeit habe ich mir in der Leidenszeit mit kleinen Dosen Antihistaminika geholfen. Einige Jahre bin ich sogar fast ganz ohne ausgekommen. Vor zwei bis drei Jahren habe ich von einer HNO-Ärztin den Tipp bekommen, dass ein sehr leichtes Kortison-Nasenspray den Körper deutlich weniger belastet. Zumindest die Wirkung war so gut, dass ich damit keine wirklichen Beschwerden mehr hatte.
Das mit dem „Salz“ ist ebenfalls ein interessanter Ansatz. Im Internet habe ich allerdings keine wissenschaftliche Bestätigung dazu finden können – was jedoch nichts heißen muss.
Herzliche Grüße
Thomas
Karsten -
Ich bin 26 Jahre alt und habe im Frühjahr vor vier Jahren erstmals Heuschnupfen bekommen. Damals zunächst unbewusst, hatte ja noch nie Heuschnupfen, dachte es wäre 'ne Erkältung.
Als mir ein Jahr später im Frühjahr wieder unaufhaltsam die Nase lief und mittlerweile auch die Augen tränten, dachte ich dann auch mal an Heuschnupfen. Ich Habe einen Allergietest gemacht und war auch prompt gegen so einiges ziemlich doll allergisch, hauptsächlich gegen Gräser. Der Arzt sagte dann, ich müsse ab Herbst immer eine Desensibilisierung machen und ansonsten Spritzen oder Tabletten, mein Leben lang. Na ja, hab dann den Sommer mit Lorano-Tabletten überlebt.
Wieder ein Jahr später bekam ich zu den bekannten Beschwerden auch nachts noch leichte Atemnot und dachte dann, da ich von jemandem was von Akupunktur gegen Allergien hörte, versuch das mal. Ich bin glücklicherweise an einen sehr guten Homöopathen geraten, der mich und eine sehr gute Freundin von mir, die komischerweise die gleichen Beschwerden hatte wie ich (diese auch zum gleichen Zeitpunkt, also vor vier Jahren bekam) aufklärte, dass er zwar Akupunktur mache, dies aber wie Desensibilisierung auch nur Symptombekämpfung sei und wir nicht besser mit einer Ursachenbekämpfung beginnen wollen. Er erklärte uns ausführlich woher die Ursachen wahrscheinlich kommen können. Seiner Meinung gibt es zwei Möglichkeiten, und zwar Erstens vom Candida-Pilz oder Zweitens vom tierischen Eiweiß. Wir haben daraufhin zunächst einen Cadida-Test gemacht der auch ziemlich hohe Werte bei uns beiden ergab. Also acht Wochen Candida-Diät, das heißt kein Zucker, Hefe, Weißmehl, helle Nudeln. Statt dessen Vollwerternährung mit Vollkornprodukten, viel Gemüse, Obst (keine süßen Früchte), Vollwertbrot ohne Hefe und Frischkorn. Der Homöopath riet uns sowieso zu einer gesunden Ernährung, da Allergien im Grunde von einem gestörten Immunsystem ausgehen. Das heißt auch keine Fertigprodukte mit Konservierungsstoffen zu verwenden, also eine komplette Umstellung für mich. Egal, meine Freundin und ich zogen das dann durch, zu zweit geht es halt besser. Nebenbei beschäftigten wir uns ausgiebig mit dem Thema. Ach ja, wir nahmen auch ein Mittel namens Nystratin, welches den Candita-Pilz tötet und Sympyo-flor, welches das Immunsystem wieder aufbaut. Da wir aber auch hörten, dass Allergien bei manchen Menschen vom tierischen Eiweiß kommen, ließen wir dieses auch weg, das heißt wir ernähren uns vegan, zumindest im Frühjahr.
Nach vier Wochen war der Heuschnupfen weg und auch ein Jahr später kam nix mehr wieder. Hat also super geklappt. Der Candida war nach acht Wochen ebenfalls weg. Er kommt allerdings wieder, wenn man sich erneut falsch ernährt. Insgesamt geht es mir auch mit dieser Ernährung viel besser, habe doch vorher nur Fertigpizza, Mc Donalds und Döner gegessen (und natürlich Süßigkeiten ohne Ende!). Ob es jetzt am Candida oder am tierischen Eiweiß lag, kann ich nicht hundertprozentig sagen, aber in der Kombination hat's geklappt.
Was noch wichtig für ein gesundes Immunsystem ist, dass man die Vitamine und Mineralien, die man durch Obst, Gemüse und Körner zu sich nimmt auch richtig vom Körper aufgenommen werden, dafür sind Fette, wie Butter und Sahne wichtig. Diese sind für den Stoffwechsel dringend erforderlich! Dazu ist aber eine radikale Ernährungsumstellung ratsam, da sonst das Gleichgewicht nicht stimmt. Auch wenn ich's nicht nötig hatte, abgenommen hab ich dabei noch zusätzlich, auch wenn ich literweise( übertrieben) Sahne und Butter zum Kochen verwende. Dies ersetzt halt das Fleisch und wird für den Stoffwechsel benötigt! Das Eiweiß in Sahne und Butter ist nicht schlimm, da dies nur sehr wenig noch in Sahne, Butter und Schmand vorhanden ist. Denn wo viel Fett ist, ist wenig Eiweiß drin und umgekehrt.
Carola -
Mein Heuschnupfen begann etwa im Alter von 4 Jahren und hat mich viele Jahrzehnte treu begleitet. Bei extremem Pollenflug hatte ich zeitweise auch asthmatische Beschwerden.
Behandelt wurde der Heuschnupfen im Laufe der Jahre mit allen möglichen frei verkäuflichen oder verschreibungspflichtigen Medikamenten und Spritzen. In den 80er Jahren habe ich es mit einer Desensibilisierung versucht, was mit einem ziemlichen Aufwand verbunden war, aber im Prinzip nichts gebracht hat. Im ersten Jahr danach hatte ich zwar kaum Symptome, aber dann kam mein treuer Heuschnupfen zunächst in milder Form und dann von Jahr zu Jahr immer extremer zurück. Am Ende war es wie zuvor.
Vor ein paar Jahren habe ich aus anderen Gründen meine Ernährung auf fleischlos umgestellt und kurz danach auch den (Industrie-)Zucker aus meinem Speiseplan gestrichen. In der folgenden Heuschnupfensaison war ich komplett symptomfrei, führte dies aber zunächst auf die vegetarische Ernährung zurück. Da ich sehr gerne Süßes esse, begann ich nach einer Weile, den Zucker wieder in meinen Speisenplan aufzunehmen - und siehe da, der Heuschnupfen war wieder da, und zwar genau so extrem wie früher. Diese Erfahrung half mir, den Zucker als Verursacher zu identifizieren, und ich beschloss, zumindest in der Heuschnupfenzeit keinen Zucker mehr zu essen.
Seit vier Jahren esse ich nun gar keinen Zucker mehr, weil dieser nicht nur Allergien auslösen kann, sondern außerdem für eine lange Liste anderer gesundheitlicher Probleme verantwortlich ist, wobei kariöse Zähne noch vergleichsweise harmlos sind.
Unterstützt haben mich bei meinem Experiment diverse Bücher zum Thema, aber insbesondere dieses hier:
Zucker, Zucker...: Krank durch Fabrikzucker von Max Otto Bruker
Antwort:
Dank Dir Carola für Deine ausführliche Beschreibung. Vor einigen Jahren habe ich für 6 Wochen eine Diät gemacht und komplett auf Kohlenhydrate verzichtet. Dies sollte den Candia-Pilz aus meinem Verdauungstrakt vertreiben. Allerdings fühlte ich mich äußerst schlapp und unwohl dabei, sodass ich nach 6 harten Wochen froh war, wieder normal essen zu können. Letztlich denke ich, ist vieles auch eine Kopfsache...
Thomas
Ergänzung Carola:
Meine Erfahrung zeigt, dass es nach der Ernährungsumstellung normalerweise nur eine Woche dauert, bis sich eine deutliche Besserung einstellt. Ich habe von mehreren Leuten, die meinem Rat gefolgt sind und während der Heuschnupfenzeit auf Zucker UND Kohlehydrate (vor allem Weizenmehl) verzichtet haben, die Rückmeldung erhalten, dass die Sache jeweils ein voller Erfolg war. Ich glaube nicht, dass das wirklich nur eine Kopfsache ist. Wenn man natürlich Zucker und Mehl weglässt, aber weiter Fertigprodukte (die ausnahmslos alle Zucker enthalten) oder ähnliche Dinge konsumiert, wird sich an den Beschwerden kaum etwas ändern. Darüber muss man sich im Klaren sein.
Günter -
Die Tatsache, dass es immer mehr Allergiker in Deutschland gibt, hat meines Erachtens in jedem Falle etwas mit der Umwelt und der Ernährung zu tun. Diese wissenschaftlich bislang offensichtlich noch nicht untermauerte These ist für mich die Erkenntnis aus 30 Jahren Erfahrung mit dieser Krankheit. Ich für meinen Teil habe mein Essverhalten entsprechend umgestellt, als ich feststellte, dass alle medikamentösen Dinge keinen Erfolg zeigten und dass Kortison zwar hilft aber wegen der enormen Nebenwirkungen im Grunde genommen indiskutabel ist. Der Arzt, der mir in den siebziger Jahren VOLON 80 regelmäßig spritzte, hatte von Allergien wohl auch nur während einer einzigen Vorlesung etwas gehört.
Ich bemerkte als erstes, dass sich bei Alkoholkonsum die Symptome verstärkten. Ergo ließ ich den Alkohol weg und siehe da, die Totalausfallzeiten (zwei bis drei Tage pro zwei Wochen im dunklen Keller) haben sich reduziert. Hiervon angeregt, beschäftigte ich mich mit Vollwerternährung und hielt diese konsequent in der relevanten Zeit durch. Auch hierdurch konnte ich wieder eine Verbesserung in der Form erzielen, dass die Beschwerdespitzen nicht mehr so heftig zutage traten. Wenn ich dann allerdings zwischendurch einmal"gesündigt" habe, dann war es prompt wieder soweit. Insofern konnte ich die Symptome tatsächlich in einem gewissen Rahmen steuern.
Die Pollenunverträglichkeiten (alles, was von Januar bis September aktiv ist) finden bei mir auch die entsprechenden Pendants im Lebensmittelbereich. So z.B. Nüsse, die ihrerseits wieder Kreuzunverträglichkeiten bilden mit Äpfeln, Sellerie und Möhren. Meine allergischen Reaktionen auf Weizen- und Roggenpollen (höchste Reaktion) dehnten sich rasch auch auf Produkte aus, die aus diesen Grundstoffen hergestellt wurden; also fast alles, was es bei uns an Brot und Kuchen so alles gibt. Dies führte bei mir dazu, dass ich begann, mein Brot selbst zu backen und zwar nur mit biologisch angebautem Dinkel oder auch Emmer. Wenn ich diese Verhaltensweisen konsequent durchhalte, geht es mir in der fraglichen Jahreszeit gar nicht so schlecht. Sicherheitshalber nahm ich in den letzten fünf Jahren noch meinen gesamten Jahresurlaub immer in der Zeit von März bis April des Folgejahres und verbrachte diese Jahreszeit in Gegenden, die mit unserer Vegetation nichts zu tun haben. Alle vier Jahre verbringe ich zudem in der Zeit von Mai bis Juni vier Wochen im Hochgebirge (Kur), da es hier weder Weizen- oder Roggenpollen aber auch keine Hausstaubmilben gibt (als anständiger Allergiker hat man die Milben - oder besser gesagt deren Exkremente - ja auch im Programm). Sicherlich könnte ich auch an die Nord- oder Ostsee fahren aber hier kann man nicht so gut Gleitschirm fliegen. Das ist nämlich seit nunmehr elf Jahren mein großes Hobby, das ich in der Jahreszeit, in der die Thermik erwacht, am liebsten im Allgäu ausübe. Das Motorradfahren hat hier auch wieder seinen Platz gefunden, das heißt, diese ganzen Tätigkeiten, die ich nur mit großen Einschränkungen wahrnehmen konnte, stehen heute wieder auf meinem Programm.
Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, dass ich wirklich nur aus der Überlegung heraus, eben alles probieren zu wollen, mir ohne große Hoffnung die Aerius-Tabletten ("Aerius 5 mg") habe verschreiben lassen. Habe gleich einen"Test" in Form von französischem Weißbrot und anschließendem Nuss-Eis und Nussschokolade durchgeführt und stellte so gut wie keine Reaktion fest. Sollten sich nun die positiven Erfahrungen der letzten vier Wochen bestätigen, so könnte ich mir ab und an auch mal wieder eine Tafel Schokolade ohne Reue gönnen. Als Allergiker weiß ich z.B., dass bei der Herstellung von Schokolade (auch Zartbitter) Nussöl verwendet wird. Des Weiteren reagiere ich auch auf Dinge, die mit raffiniertem Zucker hergestellt wurden, also so gut wie alle Süßspeisen. Das ist mit das Schlimmste für mich, denn ich kann auf Alkohol, Zigaretten verzichten, nicht jedoch auf meine Frau und Süßspeisen (man beachte die Reihenfolge). Ich habe mit meinem Arzt einen Termin für Mitte Juli vereinbart. Hier wollen wir einmal mein Blut näher untersuchen. Bislang sind auch noch keine Nebenwirkungen durch die Einnahme von Aerius aufgetreten.
Roland -
Ich leide auch schon seit mittlerweile 18 Jahren unter Heuschnupfen (Überwiegend Gräser- und Roggenpollen sowie Beifuß) und hatte mich dann vor 7 Jahren für die Hyposensibilierungstherapie entschieden. Seit 1990 sind dann noch Darmbeschwerden hinzugekommen. Durch einen Provokationstest (Anmerkung Thomas: Untersuchungsverfahren in der Medizin, durch Provozierung einer körperliche oder psychische Reaktion) stellte sich später heraus, das es sich dabei um eine allergische Reaktion auf Roggenmehl und andere Getreidearten handelte. Ich habe seit 1998 begonnen im Internet nach möglichen Ursachen zu recherchieren. Dort gefundene Informationen über eine neue Theorie besagen, dass das Immunsystem durch die veränderte Fettsäurezusammensetzung gestört wird, insbesondere soll der hohe Anteil von Linolsäure dafür verantwortlich sein (z. B. in Sonnenblumenöl, Margarine etc.). Es wird empfohlen auf Speiseöle mit geringem Linolsäure-Gehalt zu wechseln, z. B. Oliven- und Rapsöl. Gleichzeitig sollen die Omega-3-Fettsäuren erhöht werden (Leinöl, Fischöle). Studien über die Wirksamkeit dieser Ernährungsumstellung konnte ich allerdings nicht finden.
Nach der Ernährungsumstellung und Hyposensibilierung haben mittlerweile die Beschwerden um etwa 90 % abgenommen. Ich kann allerdings nicht sagen, was letztendlich den Ausschlag für die Besserung gegeben hat.